14.03.1996 | Deutscher Umweltpreis 1996: Knapp 100 Vorschläge eingereicht

Große Resonanz auf Ausschreibung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt - Mit einer Million Mark höchstdotierter Umweltpreis Europas

Osnabrück. Große Resonanz auf die Ausschreibung des mit einer Million Mark höchstdotierten Umweltpreises Europas! Wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, die diese Auszeichnung jährlich vergibt, nach Ablauf der Abgabefrist mitteilt, sind knapp 100 Vorschläge in der Geschäftsstelle eingetroffen. Generalsekretär Fritz Brickwedde : "Diese enorme Zahl zeigt, daß sich unser junger Preis in vier Jahren wesentlich etablieren konnte." Und noch etwas freut Brickwedde: "In besonderem Maße haben uns Anträge aus dem Bereich des Handwerks und der Industrie erreicht, die wir bei unserer Projektförderung im besonderen Maße im Auge haben. Aber auch aus dem Bereich Wissenschaft und Forschung sind viele qualifizierte Ideen eingereicht worden."

Neben den knapp 100 Vorschlägen - schwerpunktmäßig kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik, aber auch Personen und Institutionen aus den Bereichen Umweltforschung und -bildung - habe es auch noch eine Fülle von Anfragen zum Umweltpreis und seinen Verleihungsmodalitäten gegeben, stellt Brickwedde weiter heraus. Eingegangen seien auch zahlreiche Selbstvorschläge, die nach den Leitlinien jedoch nicht berücksichtigt werden können. Die sehen vor, daß Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen und Verbände ihre Vorschläge einreichen können. Ob die Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft, der Rat der Sachverständigen für Umweltfragen, der Deutsche Naturschutzring oder andere anerkannte Umweltverbände, Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften - sie alle hatten die Gelegenheit, ihre Favoriten für den Deutschen Umweltpreis 1996 zu nominieren. Eine unabhängige Fachjury wird alle eingehenden Vorschläge prüfen, bevor das Kuratorium der Stiftung entscheiden wird.

Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung, die seit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in rund 1.800 innovative Umweltschutzprojekte rund 880 Millionen Mark investiert hat, "Einsatz und Leistungen auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden", wie es die entsprechenden Leitlinien vorsehen. Die Auszeichnung soll andere Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften", Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im Vorfeld zu entschärfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.

Bei der ersten Vergabe des Deutschen Umweltpreises 1993 in Berlin wurde die im sächsischen Scharfenstein angesiedelte Firma Foron für die Entwicklung des ersten fluorchlorkohlenwasserstoff- und fluorkohlenwasserstofffreien (FCKW und FKW) Kühlschrankes ausgezeichnet. Zweiter Preisträger 1993 war der Münchner Ökologieprofessor Dr. Wolfgang Haber , der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 1994 wurden das ökologische Musterdorf Wulkow in Brandenburg, die Umweltinitiativen der ostwestfälischen Wirtschaft sowie die Ozonforscher Professor Dr. Paul J. Crutzen - 1995 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet - und Dr. Frank Arnold in der Dresdner Semperoper geehrt. Im Vorjahr war der Preis in München an die Pioniere des Umweltmanagements, die Unternehmer Klaus Günther (Lengerich/Westfalen) und Dr. Georg Winter (Hamburg), verliehen worden.