Erbach. Schadstoffentsorgung bei der Ziegelherstellung muß kein brennendes Problem mehr sein. Durch ein neues Verfahren der Firma Andreas Häßler Anlagenbau (Erbach/Baden-Württemberg) werden die Schadstoffe aus dem Brennofentrockner in den Ofen geleitet und dort umweltentlastend verbrannt. Das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, unter Vorsitz von Bundesbankpräsident Dr. Hans Tietmeyer beschloß, das Vorhaben mit rund 400.000 Mark zu fördern. Generalsekretär Fritz Brickwedde hob hervor, daß Schadstoffemissionen durch die neue Entwicklung um die Hälfte vermindert werden können.
Durch die Nachverbrennung der Schadstoffe würden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn bisher habe die Zuluft des Ofens aufgeheizt werden müssen. Das entfalle, während gleichzeitig die heiße Abluft aus dem Trockner zugeführt werde. Wärmeenergie werde so eingespart.
Nach Angaben der Umweltstiftung ist das Projekt notwendiger denn je, da die Abgabe organisch belasteter Abgase aus der Ziegeltrocknung zunehmend zu einem Problem werde. Auch der Naturschutz freue sich, denn mit dem neuen Verfahren könnten endlich auch Rohstoffe mit vielen organischen Bestandteilen verarbeitet werden, was mit der herkömmlichen Technologie nicht möglich sei.
Dazu zählten unter anderem bestimmte Tone aus dem süddeutschen Raum und braunkohlehaltige Tone, wie sie in den neuen Bundesländern häufig vorzufinden seien. Aber auch Tonlagerstätten mit hohem Durchwurzelungsanteil könnten besser genutzt werden. Für den Naturschutz habe das zur Folge, daß insgesamt weniger Lagerstätten erschlossen werden müssen.