Bonn. Den kleinen Handwerksbetrieben in Deutschland soll beim Schaffen eines "ökologischen Fitneßprogramms" kräftig unter die Arme gegriffen werden. Mit der jüngsten Förderentscheidung zum Aufbau des Umweltzentrums des Handwerks in Koblenz setzte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, den Schlußpunkt hinter ein bundesweit flächendeckendes Gesamtkonzept, das dem Handwerk bei der Suche nach maßgeschneiderten Lösungen für die Bewältigung spezifischer Umweltprobleme behilflich sein soll. Insgesamt 20 Millionen Mark hat die größte Umweltstiftung Europas damit für die Umweltzentren der Handwerkskammern in Hannover, Saarbrücken und Trier, Münster, Freiburg, Gera, Leipzig und Koblenz zur Verfügung gestellt.
Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), erläuterte heute vor Medienvertretern in Bonn gemeinsam mit Hanns-Eberhard Schleyer, dem Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, die Beweggründe der Stiftung für ihr finanzielles Engagement. Gerade die mittelständischen Handwerksbetriebe fühlten sich oft alleingelassen, weil sich Umweltschutztechniken für Großanlagen häufig nur schwer auf kleinere Betriebe übertragen ließen.
Die Umweltzentren, so Brickwedde, verbänden die klassischen Angebote der einzelbetrieblichen Umweltberatung und Weiterbildung mit einer breiten Palette weiterer Dienstleistungen. Kurse, Seminare und Lehrgänge sollten Weiterqualifizierungen ermöglichen, Demonstrationsvorhaben angeregt, Kooperationspartner vermittelt werden. Neben diesen allgemeinen Aufgaben hätten die einzelnen "Dienstleistungszentren" des Handwerks spezielle fachliche Schwerpunkte gebildet. So beschäftige sich beispielsweise das Zentrum in Saarbrücken und Trier besonders mit den europäischen Fragestellungen.
Kenntnisse über umweltfreundliche Produkte und Produktionsverfahren oder Energiesparmaßnahmen sollten vermittelt und ausgetauscht, die Eigenverantwortlichkeit der Handwerker so gestärkt werden. Die Zentren sollten aber auch Nahtstellen zu Kommunen und regionalen Umweltbehörden sein, zu Wissenschaft, Gewerbeaufsichtsämtern und Regierungspräsidien. Deshalb sei auch in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) das Grundkonzept erarbeitet worden. Neben den im Rahmen der Gesamtkonzeption des ZDH bewilligten Umweltzentren bestünden bereits Umweltzentren des Handwerks in Hamburg (Zentrum für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik, ZEWU) und in Oberhausen (Zentrum für Umweltschutz, Energietechnik der Handwerkskammer Düsseldorf, UZH).
Brickwedde: "Ich bin überzeugt davon, daß sich durch die gezielte Informations- und Beratungstätigkeit dieser Dienstleistungszentren des Handwerks nicht nur Umweltbewußtsein und Umweltverantwortung der Handwerksbetriebe weiter steigern lassen, sondern damit auch ein wesentlicher Investitionsimpuls zum Schutz der Umwelt ausgelöst wird."