Osnabrück. Was die Patentanmeldungen im Bereich der Umwelttechnik angehe, sei Deutschland nach wie vor Spitze. Aber bei den anderen Zukunftstechnologien gebe es Nachholbedarf. Norbert Haugg, am 1. August des Vorjahres vom Bundeskabinett neu ernannter Präsident des Deutschen Patentamtes in München, zog in Osnabrück jetzt im Rahmen seines Besuchs bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) dieses Fazit.
Gemeinsam mit Georg Grimm, dem Abteilungspräsidenten der Hauptabteilung Patente der Münchner Bundesbehörde, hatte sich Haugg auf den Weg nach Osnabrück gemacht, um gemeinsam mit der Geschäftsführungsspitze der Umweltstiftung mögliche Formen einer verstärkten und intensiveren Zusammenarbeit der beiden Institutionen zu erörtern. Beide haben sich die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland durch Innovation - bei der Stiftung zentral unter dem Gesichtspunkt der Umweltentlastung - auf die Fahnen geschrieben. Am Ende des Besuchs stand die Vereinbarung, daß die Kooperation zwischen den Fachreferaten beider Häuser ausgebaut werden wird.
Haugg hatte in Osnabrück nach der Begrüßung durch den Generalsekretär der Stiftung, Fritz Brickwedde, zunächst Geschichte, Finanzierung, Organisationsstruktur des Deutschen Patentamtes und den Verfahrensweg zur Patentanmeldung erläutert, wie er in der 2.500 Mitarbeiter zählenden Bundesbehörde abgewickelt wird. Dabei unterstrich Haugg die zentrale Bedeutung des gewerblichen Rechtsschutzes in Deutschland und die hohe regionale Wirkung innerhalb territorialer Grenzen. Er wies darauf hin, daß aus Niedersachsen im vergangenen Jahr insgesamt rund 2.200 Patente angemeldet worden seien.
Für die Stiftung erläuterte Brickwedde den Gästen aus München die zentralen Aufgaben der Stiftung. Er betonte unter anderem, daß die Stiftung durch ihre Förderung einen Beitrag leisten wolle, weg vom nachsorgenden, hin zum vorsorgenden Umweltschutz zu kommen. Bereits bei der Produktion, im Produktionsverfahren müßten die Belange des Umweltschutzes durch verbesserte Umwelttechnik mehr berücksichtigt werden. Nur wenn es gelinge, in der Wirtschaft noch mehr an innovativer Umwelttechnik und umweltorientierter Unternehmensführung interessierte Firmen zu finden und zu unterstützen, werde Deutschland seine führende Rolle im Bereich des Exports von Umwelttechnik sichern und damit auch weiter weltweit zu einer Verbesserung der Umweltsituation beitragen können.