Freuen sich über die neue Publikation "Farbige Eisengitter der Barockzeit“ zur Instandsetzung des barocken Chorgitters im Osnabrücker Dom (v.l.): DBU-Referatsleiter Dr. Arno Weinmann, Hauptkonservator Dr. Peter Königfeld (NLD), Dombaumeister Nikolaus Demann, Landeskonservatorin Dr. Christiane Segers-Glocke, Bischof Dr. Franz-Josef Bode, DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde.
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Osnabrück. Ein druckfrisches Erstexemplar des neuesten Bandes der "Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Niedersachsen" erhielt gestern Nachmittag im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) deren Generalsekretär Fritz Brickwedde aus den Händen der Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege (NLD), Dr. Christiane Segers-Glocke. "Farbige Eisengitter der Barockzeit" ist der Titel der Veröffentlichung, die als Ergebnis eines DBU-Förderprojektes zur Instandsetzung des barocken Chorgitters im Osnabrücker Dom zu einer weiteren Beschäftigung mit Schutzmaßnahmen vor Rostfraß an diesen kulturell wertvollen Eisengittern beitragen will. Neben Erfahrungsberichten der Restaurierungsarbeiten in Osnabrück enthält der Band unter anderem auch Fachbeiträge zum reichen Bestand gefasster barocker Gitter in der Schweiz und Österreich.
Wertvolles Kleinod barocker Schmiedekunst
Segers-Glocke und Brickwedde erinnerten bei der Präsentation daran, dass das 1664 für den Osnabrücker Dom durchbrochen gearbeitete Eisenblech-Gitter als wertvolles Kleinod barocker Schmiedekunst gelte, wie es im nordwestdeutschen Raum in ähnlicher Art nur noch im Paderborner Dom zu finden sei. Untersuchungen an diesem den Chorumgang abschließenden Gitter hätten starken Rost am Grundmaterial sowie schollenartiges Abplatzen von Teilen der barocken Farbfassung gezeigt. Das Kunstwerk sei als dringend restaurierungsbedürftig eingestuft worden.
Witterungseinflüsse bewirkten Schädigungen
Außeneinflüsse durch Witterung und schädigende Immissionen, die nach Zerstörung der Dächer des Domes in den letzten beiden Jahren des Zweiten Weltkriegs von den Gewölben her eingewirkt hätten, hätten zu diesen für Kunstwerke in Innenräumen eher ungewöhnlichen, äußerst negativen Folgen geführt. Beschleunigt worden sei dieser Vorgang noch durch das schwankende Innenraumklima. Als besonderes Problem der restauratorischen Behandlung sei die Verbindung von geschmiedetem Eisenblech mit der farbigen Fassung angesehen worden, die durch den Rost des Trägermaterials akut gefährdet gewesen sei.
Erkenntnisse zur Beseitigung umweltbedingter Rostschäden an Denkmälern aus Metall erbracht
Der Einsatz von rosthemmenden Stoffen sei ein für die Denkmalpflege innovatives Feld gewesen, auf dem noch vielfältige praktische Erfahrungen zu sammeln gewesen seien. Der Kenntnisstand zum Schutz solcher Metallobjekte sei bis dahin denkbar gering gewesen. Üblich gewesen sei ein eher handwerklicher Umgang mit Materialien und Methoden, die grob in die Substanz eingriffen und über deren Langzeitverhalten keine ausreichenden Erfahrungen vorgelegen hätten. In einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus NLD, Domkapitel und Fachbereich Denkmalschutz / Materialkunde des Deutschen Bergbau-Museums seien in Zusammenarbeit mit dem mittelständischen Restauratorenbetrieb Haber & Brandner (Regensburg) und Dombaumeister Nikolaus Demann in methodisch beispielhafter Vorgehensweise Schutzmittel und innovative Schutzüberzüge auf ihre vorbeugende Wirkung hin überprüft worden. Das Vorhaben habe erhebliche weiterführende Erkenntnisse zur Beseitigung umweltbedingter Rostschäden an Denkmälern aus Metall erbracht.
112 Seiten mit meist farbigen Abbildungen
Der Band 27 der "Arbeitshefte zur Denkmalpflege in Niedersachsen" erscheint bei CW Niemeyer Buchverlage in Hameln und ist im Buchhandel erhältlich. Herausgeber der 112 Seiten starken Publikation mit meist farbigen Abbildungen (ISBN: 3.8271-8027-9, Preis 12,9 Euro) sind das Landesamt für Denkmalpflege Hannover und das Deutsche Bergbau-Museum, Bochum.