DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde (l.) überreicht Dr. Thomas Weiss, Direktor der Kulturstiftung DessauWörlitz, das Bewilligungsschreiben über eine Million Euro.
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Mit einer Million Euro unterstützt die DBU die Beseitigung der Schäden am UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz.
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Wörlitz / Osnabrück. Direkt in seiner ersten Sitzung nach den verheerenden Hochwassern dieses Sommers hatte das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) Ende September beschlossen, mit 2,8 Millionen Euro in Sachsen und Sachsen-Anhalt bei der Beseitigung von Schäden zu helfen, die durch diese Umweltkatastrophe an national wertvollen Kulturgütern, Bildungs- und Forschungseinrichtungen entstanden waren. Jetzt - nur gut drei Wochen später - lässt die größte Umweltstiftung Europas den Worten rasch Taten folgen. Aus der Hand von DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde nahm am 22. Oktober im Schloss in Wörlitz Dr. Thomas Weiss, Direktor der Kulturstiftung DessauWörlitz, ein Bewilligungsschreiben in Empfang. Mit einer Million Euro wird die DBU die Schäden am UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz zu beseitigen helfen.
DBU-Engagement für das einzigartige Kulturerbe
In den letzten Jahren habe die DBU mit insgesamt 2,7 Millionen Euro im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten zum Erhalt und Fortbestand dieser weitläufigen Parkanlagen mit ihrem kunst- und kulturhistorisch auch bedeutsamen Gebäudebestand beigetragen, betonte Brickwedde vor Journalisten. Schließlich sei das Gartenreich Dessau-Wörlitz nicht nur national bedeutendes Kulturgut. Als Zusammenschluss verschiedener Parkanlagen und Kulturlandschaftselemente stelle es einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen unterschiedlicher Arten dar und sei somit auch für den Naturschutz bedeutsam.
DBU-Projekte halfen, alten Glanz der Parkanlagen wiederherzustellen
Mit insgesamt 25 Modellprojekten der DBU sei versucht worden, dieses stark umweltgeschädigte Gartenparadies wiederherzustellen. Finanziell engagiert habe sich die DBU unter anderem mit 450.000 Euro an der modellhaften Restaurierung der Glasgemälde im Gotischen Haus Wörlitz, mit 125.000 Euro an der Sanierung der denkmalgeschützten Synagoge in Wörlitz oder mit über 200.000 Euro an der Außensanierung der Kirche St. Petri in Wörlitz.
Schloss Luisium von Hochwasser stark beschädigt
Das Schloss Luisium mit Park und die zum Schloss gehörenden Orangerie stellten "Perlen im Gartenreich" dar. Der Reiz des Schlösschens bestehe in seiner Lage an einem Teich mit sanft geschwungener chinesischer Holzbrücke. Die Luisenklippe sei Teil des Wörlitzer Gartens, direkt in unmittelbarer Nähe neben dem Venustempel gelegen. Das Hochwasser habe erhebliche Schäden an diesen herausragenden Kunstwerken im Gartenreich angerichtet. Andererseits sei für die kunsthistorische Betrachtung, aber auch für den Naturschutz die vollständige Funktionsfähigkeit der Gewässer und der Uferrandbefestigung notwendig. Deshalb werde ein Schwerpunkt nach dem Hochwasser auf die Beseitigung der Schäden am Uferverbau gesetzt.
2,1 Millionen Euro vonnöten, um Schäden zu beseitigen
Der Kulturstiftung DessauWörlitz liege eine ausführliche Schadensanalyse vor, die in erster Linie mit eigenem Fachpersonal vorgenommen worden sei. Für die Orangerie des Luisiums existiere auch eine restauratorische Untersuchung. Die Beseitigung der Schäden an den historischen Gebäuden geschehe auf der Grundlage von Expertengutachten, Schadenskartierungen und notwendigen Messungen. Über 2,1 Millionen Euro seien als Kosten für Fremdleistungen veranschlagt. Brickwedde: "Das Gartenreich Dessau-Wörlitz ist ein hervorragendes Beispiel für die funktionierende Symbiose zwischen Natur- und Denkmalschutz, das es zu erhalten gilt."