Beim Rundgang durch die DBU-geförderte Ausstellung in Dresden (v.l.): Landesarchäologin Dr. Judith Oexle, DBU-Kuratoriumsvorsitzender Prof. Dr. Hans Tietmeyer, Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath.
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Land unter im Sommer 2002 am Umweltzentrum Dresden.
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Prof. Dr. Peter Krebs (l.) nimmt aus der Hand des DBU-Kuratoriumsvorsitzenden Prof. Dr. Hans Tietmeyer (r.) für die Beseitigung von Hochwasserschäden an der abwassertechnische Versuchsanlage der Technischen Universität Dresden auf der Kläranlage Dresden-Kaditz 100.000 Euro entgegen. Bildmitte: DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde
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Nach der Flut stand die Beseitigung der Schäden im Vordergrund.
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Dresden / Osnabrück. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, greift ihren vom Hochwasser dieses Sommers geschädigten Partnern in Sachsen helfend unter die Arme: Vertreter von zehn Modellprojekten erhielten heute in Dresden fast eine Million Euro. Dazu gehören etwa das Schloss Weesenstein mit Park und Pavillon (100.000 Euro), die Jugendbildungsstätte Winfriedhaus in Schmiedeberg (200.000) und die abwassertechnische Versuchsanlage der Technischen Universität Dresden auf der Kläranlage Dresden-Kaditz (100.000). Im Rahmen der Voreröffnung der mit 50.000 Euro von der DBU geförderten Umweltausstellung "Stadt - Land - Flut: zurück in die Zukunft?" im Landesmuseum für Vorgeschichte überreichten DBU-Kuratoriumsvorsitzender Prof. Dr. Hans Tietmeyer und Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde die Bewilligungsschreiben. Zuvor hatte sich das Kuratorium ein Bild von den Hochwasserschäden gemacht, wozu eine ursprünglich in Berlin terminierte Sitzung eigens nach Dresden verlegt worden war. In deren Verlauf wurden für fünf weitere Hochwasserhilfsprojekte zusätzlich knapp 500.000 Euro bereit gestellt.
Tietmeyer: "Werden Menschen nicht im Stich lassen"
Schon wenige Tage nach der verheerenden Hochwasserkatastrophe dieses Sommers hatte Tietmeyer betont, die Stiftung werde die Menschen nicht im Stich lassen und im Rahmen ihres Stiftungszwecks helfen. Seien doch zahlreiche der umweltentlastenden, innovativen Modellprojekte, die die DBU in Sachsen und Sachsen-Anhalt gefördert habe - in den elfeinhalb Jahren ihres Bestehens insgesamt 860 mit 184 Millionen Euro - gefährdet. Bei vielen bereits abgeschlossenen Vorhaben seien die Ergebnisse durch die Naturkatastrophe wieder infrage gestellt.
Vielzahl hochrangiger Kulturgüter geschädigt
Daneben sei auch eine Vielzahl weiterer hochrangiger Kulturgüter durch die Hochwasserfluten beschädigt worden, die bisher nicht von der DBU gefördert worden seien. Viele dieser Denkmäler seien erst vor kurzem saniert worden. Ihren Eigentümern - zumeist Kirchengemeinden - falle es daher besonders schwer, für die nun erneut erforderlichen Reparaturen die Mittel aufzubringen. Auch hier wolle die DBU nun helfen.
Partner, denen die DBU hilft
Bewilligungsschreiben der Stiftung für Mittel zur Sanierung der Umweltschäden erhielten heute auch das Umweltzentrum Dresden (50.000), die Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden für ihre Bildungseinrichtungen (50.000), die Benno-Kirche in Meißen (80.000), die Johanniskirche Bad Schandau (80.000), die Pfarrei St. Kunigunde für die Klosterkirche St. Heinrich in Pirna (118.000), die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland für die Stadtkirche Unserer Lieben Frau in Grimma (70.000) und das Bistum Dresden Meißen für das historische Tonnengewölbe des Hauses der Kathedrale in Dresden (63.000).
In der heutigen Kuratoriumssitzung wurden zusätzliche Mittel bewilligt für die romanische Kirche in Doberschütz-Mörtitz (85.000), den Döbelner Mirakelmann in der evan-gelischen Nikolaikirche Döbeln (56.000), die Nikolaikirche in Eilenburg (97.000) und die evangelisch-lutherische Kirche St. Laurentius in Lorenzkirch, Gemeinde Zeithain (30.500).
Für ein Projekt zur nachhaltigen Dorfentwicklung im Ortsteil Krippen von Bad Schandau erhält die Stadt 225.000 Euro. Mit dem Geld soll die Bauleitplanung um Konzepte der Hochwasservorsorge ergänzt werden. Abflussmöglichkeiten von Wasser sollen geschaffen beziehungsweise erweitert, die Freianlagen des Ortes durch Maßnahmen der Entsiegelung hochwassergerecht und ökologisch neugestaltet werden.
Schon im September erste Beschlüsse gefasst
Bereits Ende September hatte die DBU beschlossen, für das Nationalparkzentrum Sächsische Schweiz in Bad Schandau, den Dom in Meissen, den alten katholischen Friedhof in Dresden, das Umweltzentrum der Handwerkskammer Leipzig in Trebsen, die forstwissenschaftliche Fakultät in Tharandt, das Zisterzienserkloster Buch, die Saalkirche Oberglaucha und die Schifferkirche Maria am Wasser in Dresden zusätzlich bis zu 790.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Die genauen Beträge für die einzelnen Projekte sollen in der nächsten Woche festgelegt werden.
Nachdem die DBU in der Vergangenheit bereits 23 Projekte des vorbeugenden Hochwasserschutzes mit über sieben Millionen Euro bewilligt hatte, beschloss das Kuratorium heute, für neue Projekte zum integrierten Hochwasserschutz an Flüssen und in Auen im neuen Jahr bundesweit vier bis fünf Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Hier bestehe, so Brickwedde, ein besonderer Handlungsbedarf, sei aber auch ein besonders breites Spektrum an Maßnahmen denkbar, das Hochwasser- und Naturschutz kombiniere. Die Renaturierung von Flüssen etwa durch eine Wiederaufnahme ursprünglicher Läufe sowie eine Landnutzung, die periodisch auftretenden Überflutungen angepasst sei, seien typische Maßnahmen, die das Regenrückhaltepotenzial in den Auen deutlich erhöhten.