Natürliche Lebensräume des Harzes will das "Haus der Natur" als schützenswert darstellen.
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Bad Harzburg/Osnabrück. Lust auf Zukunft, Lust auf positive Änderung des eigenen Umwelthandelns - die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Niedersachsen, will gemeinsam mit der Niedersächsischen Landesforstverwaltung, dem Nationalpark Harz und der Stadt Bad Harzburg das "Haus der Natur" zu einem Ort der interaktiven Begegnung mit der Natur machen. Heute wurde die Umweltbildungseinrichtung, die seit den siebziger Jahren besteht, mit neuer Ausstellung wieder eröffnet. Weg von belehrenden und damit nicht mehr zeitgemäßen Konzepten hin zu spielerischen Elementen, die die Neugier auch von jüngeren Besuchern nutzen. "Flipperautomaten, an denen der Besucher spielen kann, symbolisieren die Abläufe in der Natur, die nie hundertprozentig vorhersagbar sind und durch äußere Einflüsse empfindsam gestört werden können", erläuterte Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, die das Projekt mit 102.000 Euro förderte. Am Spielautomat müsse die Nachkommenschaft einer Buche - symbolisiert durch die Kugel - entgegen unzähliger Widrigkeiten zum Keimen gebracht werden.
Neue Besucherkreise durch pfiffiges Konzept gewinnen
Bereits früher besuchten über 50.000 Gäste das "Haus der Natur" - einen hohen Anteil machten Kurgäste mit einem Durchschnittsalter von über 50 Jahren aus. Mit der neuen Ausstellung wolle man andere Wege gehen, um auch jüngere Besucherkreise für die Gesamtausstellung zu begeistern. Dabei sei es den Ausstellungsmachern ein Anliegen gewesen, Besucher aller Altersstufen nicht zu verunsichern, sondern anhand konkreter Beispiele Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wald aufzuzeigen. "Durch das Erleben von Natur entsteht eine Bindung, die fester schließt als alle Informationen, die man zu diesem Thema lesen kann", sagte Brickwedde. Das Leben einer Buche lasse sich hier mit dem eines Menschen vergleichen - unterschiedliche Zeitdimensionen und Ermessensgrundlagen für menschliches Handeln werden deutlich. "Mit der Gegenüberstellung von Baum- und Menschenleben wird deutlich, dass das heutige Eingreifen in die Natur Einfluss auf zukünftige Generationen hat", so Brickwedde.
Erleben und aktives Einbeziehen der Besucher sollen Interesse wecken
Daher biete die Ausstellung ihren Besuchern viele Möglichkeiten des aktiven Teilnehmens. Den Einstieg zu der über 400 Quadratmeter großen Umweltschau stelle eine Waldkartei dar, die sich mit der Vielfalt der Harzer Tiere und Pflanzen beschäftige. Die bedrohlichen Beißwerkzeuge einer Zecke werden hier ebenso vorgeführt wie der spontane Farbwechsel der Bachforelle oder das blitzschnelle Hervorschnellen der Zähne einer Kreuzotter. Der Gast werde langsam an das Thema Wald herangeführt, um nach dem Aneignen von Hintergrundinformationen konkrete Beispiele zu erfahren. Eine sogenannte Borkenkäferkammer erlaube das unmittelbare Beobachten einer für das Ökosystem Wald wichtigen Spezies. Weitere Förderer der Ausstellung waren die Niedersächsische Lotto-Stiftung, die Niedersächsische Sparkassen-Stiftung und die Stiftung Nord LB/Öffentliche. Die Europäische Union, das Land Niedersachsen und die Stadt Bad Harzburg finanzierten den Umbau und die Renovierung des Gebäudes.