13.12.2002 | Über den Teich geblickt: Amerikanische Stiftungen Vorbild für enge Kooperation

Prof. Michael Northrop vom Rockefeller Brothers Fund (New York) informierte europäische Stiftungsvertreter über Arbeit in den USA

Bellagio Vortrag Prof. Northrop
Zu Gast bei der DBU: (v. l. n. r.) Charles A. Buchanan, (Junior Administrator Luso-American Development Foundation, Lissabon), Diana Quay (Medienberaterin Bellagio Forum), Prof. Michael Northrop (Abteilungsleiter Rockefeller Brothers Fund, New York), Marianne Ginsburg (Direktorin Bereich Umwelt, German Marshall Fund of the United States, Washington, D.C.), Rosemary Martin (Management Reuters, London), Sam Shiroff (Projektleiter Deutsche Bank AG, Frankfurt). Führten die Gäste durch das ZUK: Dr. Ulrich Witte (DBU, 2. v. re.) und Dr. Markus Große-Ophoff (ZUK, 4. v. re.).
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Osnabrück. Anlässlich der Vorstandssitzung des Bellagio Forum for Sustainable Development (BFSD), einem Zusammenschluss von 27 europäischen Stiftungen, in den Räumen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, sprach als Gast Prof. Michael Northrop vom Rockefeller Brothers Fund (New York) über die Zusammenarbeit amerikanischer Stiftungen. In seinem Vortrag ging Northrop vor allem auf die Kooperation umweltbezogener Stiftungen ein: Während man vor 20 Jahren kaum miteinander gearbeitet habe, habe sich dies Anfang der neunziger Jahre grundlegend verändert. Mittlerweile werde in sehr effektiver und professioneller Weise die Kooperation gepflegt. Die aktuelle Situation der Zusammenarbeit der Stiftungen in Europa erinnere dabei eher an den früheren Zustand in den USA. Festzustellen sei zudem, dass in Europa wenig Informationen darüber bestünden, was in der amerikanischen Stiftungsfamilie aktuell geschehe - und umgekehrt.

Strategien zur Kooperation entwickelt

Den grundlegenden Anstoß zur Zusammenarbeit in den Vereinigten Staaten habe ein Zusammenschluss verschiedener großer Stiftungen zum Thema Biodiversität gegeben ("Consultative Group about Biodiversity"). Die engere Zusammenarbeit zwischen den amerikanischen Stiftungen habe in den letzten Jahren dazu geführt, neue Strategien der Kooperation zu entwickeln, z. B. in Hinblick auf das gemeinsame Einbringen von Geld zugunsten großer Projekte, die Vermittlung von gegenseitigem Know-how oder die Nutzung der Medien für die notwendige Öffentlichkeitsarbeit. Die dadurch in Angriff genommenen Programme konnten so ganzheitlicher und damit effektiver angegangen werden.

Stiftungen arbeiten zum Schutz des Waldes zusammen

Ein sehr gutes Beispiel für die positiven Änderungen der letzten Jahre sei die Zusammenarbeit von rund 30 Stiftungen zum Thema "Schutz des Waldes" (Sustainable Forestry). Regelmäßige Veranstaltungen, mehrfach im Jahr, hätten ein großes Echo gefunden. Aus der Zusammenarbeit der Stiftungen würden jährlich 20 Millionen Dollar für weltweite Projekte zugunsten des Waldes aufgebracht. Ein großer Vorteil gegenüber europäischen Stiftungen sei offensichtlich der, dass schnelle Förderentscheidungen getroffen werden könnten. In der internen Arbeit habe die DBU dies schon zweimal verwirklichen können: Einmal zu Beginn ihrer Fördertätigkeit mit Auflage eines "Sofortprogramms Neue Länder" sowie jetzt als Reaktion auf die Hochwasserereignisse des Sommers mit der schnellen Bereitstellung von Fördermitteln zur Beseitigung von Flutschäden.