10.01.2003 | Sympathie der sanften Riesen nutzen: Wale werben für wertvolles Wattenmeer

Neue Dauerausstellung "Wale, Watt und Weltmeere" des Multimar Wattforums eröffnet - DBU förderte mit 321.000 Euro

Walfutter Krake
Auch sie stehen auf dem Speiseplan der Pottwale: Kraken.
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Wale, Watt und Weltenmeere (Gebäude)
Das Gebäude des "Multimar Wattforums" steht direkt am Eiderdeich. Das moderne Gebäude ist Ergebnis eines Wettbewerbs im Jahre 1992.
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Wale, Watt und Weltenmeere (Pottwalskelett)
Das knapp achtzehn Meter lange Pottwalskelett ist Höhe- und Mittelpunkt der Ausstellung. Um es herum ordnen sich zehn Themenkammern an, die der Besucher erkunden kann.
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Osnabrück/Tönning. Mit der Faszination des Meeres will die Erlebnisausstellung "Wale, Watt und Weltmeere" des Multimar Wattforums in Tönning (Schleswig-Holstein) ihre Besucher anstecken. Jetzt wurde die neue Dauerausstellung im Multimar Wattforum von Klaus Müller, Umweltminister von Schleswig-Holstein, eröffnet. "Die Attraktivität der Wale soll genutzt werden, um an ihrem Beispiel Einzigartigkeit und Probleme des Nationalparks Wattenmeer begreifbar darzustellen." Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), erläuterte zur Eröffnung die Entscheidung der Stiftung, als Ergänzung des bereits von der DBU mit über 2,5 Millionen Euro geförderten Multimar Wattforums auch die Gestaltung einer Walausstellung mit 321.000 Euro zu unterstützen. Besucherbefragungen hätten ergeben, dass der Wal der größte Sympathieträger unter den heimischen Meerbewohnern sei.

Großer Besucherandrang

Nach der Eröffnung habe der Zuspruch der Besucher beinahe die Kapazitäten des Zentrums gesprengt. "Nachdem wir bereits den Bau des Forums gefördert hatten, waren wir auch von der Erweiterung des Zentrums und dem Konzept einer Walausstellung überzeugt", sagte Brickwedde. Das Multimar Wattforum habe sich mit der Gestaltung als Informationszentrum bewusst vom Konzept eines belehrenden Museums abgewandt und das erlebende Lernen in den Vordergrund gestellt. Der große Andrang beweise, dass das Konzept aufgegangen sei. Daher folge man diesem auch in der Walausstellung. Ähnlich wie im Haupthaus sollen viele interaktive Elemente besonders Kindern, Jugendlichen und Familien die Bedeutung des Wattenmeeres näher bringen.

Menschen zeigen sich fasziniert von den "sanften Riesen" der Weltmeere

Kaum einer könne sich der Faszination der riesigen Meeresbewohner entziehen. Dennoch seien nur wenige Menschen über den Lebensraum Wattenmeer und seine Bedeutung für den heimischen Schweinswal informiert, dem ein Schwerpunkt der neuen Ausstellung gewidmet sei. "Kaum jemand weiß, dass allein in der Nordsee 265.000 Schweinswale leben", machte Brickwedde deutlich. Diese Wissenslücken soll die Walausstellung nun füllen. Über den Wal, das größte Säugetier der Welt, sollen ökologische Zusammenhänge und Schutzbemühungen im Bereich Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer vermittelt werden. Ende 1999 wurde das Seegebiet westlich der Inseln Amrum und Sylt zum Walschutzgebiet erklärt - dem ersten in Europa.

Geschichte des Walfangs ebenso thematisiert wie Schutz der Meeresbewohner

Dabei schließe die Konzeption der Ausstellung die Tradition des Walfangs mit ein, der bis in das 17. Jahrhundert hinein eine wichtige Einnahmequelle für die Bewohner der Westküste Schleswig-Holsteins dargestellt habe. Auch die Biologie von Schweins- und Pottwalen, von denen immer wieder ganze Herden an den Nordseeküsten aus bislang ungeklärter Ursache verendeten, solle den Besuchern nähergebracht werden. Ähnlich wie im Multimar Wattforum setze man hier den Schwerpunkt auf Interaktion mit dem Besucher. Geschulte Museumspädagogen böten auf Wunsch Führungen an. Der einzelne Besucher könne die Ausstellung aber auch auf eigene Faust erkunden. Skelette, Plastiken und Modelle würden ergänzt durch computeranimierte Darstellungen. Zentrum der Ausstellung sei ein riesiges Pottwal-Skelett, das dem Besucher noch einmal nachdrücklich die Ausmaße der sanften Riesen vor Augen führe. Von diesem Zentrum aus gelange man zu den verschiedenen Themenkammern. "Mit dieser Ausstellung wird es dem Multimar Wattforum auch weiterhin gelingen, das Wissen über das Wattenmeer alles andere als trocken zu vermitteln", sagte Brickwedde.