07.10.1998 | Gesmolder Herrengarten wieder hergestellt

Melle/Osnabrück. Mit einer Fördersumme von 110.000,- DM unterstützte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) die Wiederherstellung des Herrengartens auf Schloß Gesmold in Melle (Landkreis Osnabrück). Ziel des Modellprojektes, dessen Ergebnisse heute in Gesmold vorgestellt wurden, war neben der Beseitigung von Umweltschäden die Konzeption einer Gartenanlage, die den Eigentümern eine Pflege mit vergleichsweise geringem Aufwand ermöglicht. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Publikation des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege dokumentiert und stehen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Weitere Förderer des Projektes waren die Niedersächsische Sparkassen-Stiftung und die Bezirksregierung Weser-Ems.

Schloß Gesmold, bedeutender Herrensitz in Nordwestdeutschland, der in seiner Substanz Elemente aus dem 12. Jahrhundert, der Renaissance und der Barockzeit aufweist, fällt vor allem Autofahrern auf der A 30 zwischen Melle und Osnabrück durch seine exponierte Lage direkt an der Autobahn auf. Die Emissionen an der vielbefahrenen West-Ost-Achse zwischen Osnabrück und Hannover verursachen erhebliche Schäden an den Außenanlagen des Gebäudes. Gegenstand des Förderprojektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt war nicht nur die Beseitigung von Umweltschäden an den Kunstobjekten im Garten, sondern vor allem die Neugestaltung des Herrengartens aus der Barockzeit, der auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Die Eigentümer, Hans-Adam Freiherr von Hammerstein und seine Frau Henriette entwickelten dazu eine Konzeption, bei der nicht nur der Garten neu gestaltet, sondern vor allem ein möglichst geringer nachfolgender Pflegeaufwand als wesentliches Ziel formuliert wurde. Gerade für private Eigentümer bedeutet der Besitz solcher Kulturgüter eine erhebliche finanzielle Belastung.

Die modellhafte Wiederherstellung des Gesmolder Herrengartens wurde daher im Rahmen des Förderprojektes auch durch eine Veröffentlichung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege mit dem Titel: "Barocke Gartenanlagen - gartendenkmalpflegerischer Umgang mit zerstörten Bereichen" dokumentiert und anläßlich der Präsentation der Projektergebnisse auf Schloß Gesmold von der Präsidentin des Landesamtes, Frau Dr. Christiane Segers-Glocke, der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Fritz Brickwedde, unterstrich, daß ausgehend von der Projektidee zur Erhaltung eines wertvollen Kulturgutes durch die enge Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege auch eine Publikation entstehen konnte, die zur Bewahrung von großen und kleinen Parkanlagen, nicht nur im Lande Niedersachsen, einen wichtigen Beitrag leisten wird. Brickwedde verwies darauf, daß die Deutsche Bundesstiftung Umwelt seit 1991 im Rahmen eines Förderschwerpunktes für die Erhaltung national wertvoller umweltgeschädigter Parks und Gartenanlagen 28 Förderprojekte mit rd. 5 Mio. DM unterstützen konnte. Neben herausragenden Parkanlagen in Ostdeutschland wie den Pückler-Parks in Bad Muskau und Branitz sowie dem Dessau-Wörlitzer-Gartenreich wurden auch kleinere Vorhaben unterstützt, wie z.B. die Revitalisierung der Parkanlage von Schloß Altenkamp im Emsland oder das Vorhaben auf Schloß Gesmold.