Melle/Osnabrück. Mit einer Fördersumme von 110.000,- DM unterstützte die
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) die Wiederherstellung des
Herrengartens auf Schloß Gesmold in Melle (Landkreis Osnabrück). Ziel des
Modellprojektes, dessen Ergebnisse heute in Gesmold vorgestellt wurden, war
neben der Beseitigung von Umweltschäden die Konzeption einer Gartenanlage, die
den Eigentümern eine Pflege mit vergleichsweise geringem Aufwand ermöglicht.
Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Publikation des Niedersächsischen
Landesamtes für Denkmalpflege dokumentiert und stehen der Öffentlichkeit zur
Verfügung. Weitere Förderer des Projektes waren die Niedersächsische
Sparkassen-Stiftung und die Bezirksregierung Weser-Ems.
Schloß Gesmold, bedeutender Herrensitz in Nordwestdeutschland, der in seiner Substanz
Elemente aus dem 12. Jahrhundert, der Renaissance und der Barockzeit aufweist, fällt vor
allem Autofahrern auf der A 30 zwischen Melle und Osnabrück durch seine exponierte Lage
direkt an der Autobahn auf. Die Emissionen an der vielbefahrenen West-Ost-Achse
zwischen Osnabrück und Hannover verursachen erhebliche Schäden an den Außenanlagen
des Gebäudes. Gegenstand des Förderprojektes der Deutschen Bundesstiftung Umwelt war
nicht nur die Beseitigung von Umweltschäden an den Kunstobjekten im Garten, sondern vor
allem die Neugestaltung des Herrengartens aus der Barockzeit, der auch für die
Öffentlichkeit zugänglich ist.
Die Eigentümer, Hans-Adam Freiherr von Hammerstein und seine Frau Henriette
entwickelten dazu eine Konzeption, bei der nicht nur der Garten neu gestaltet,
sondern vor allem ein möglichst geringer nachfolgender Pflegeaufwand als
wesentliches Ziel formuliert wurde. Gerade für private Eigentümer bedeutet der
Besitz solcher Kulturgüter eine erhebliche finanzielle Belastung.
Die modellhafte Wiederherstellung des Gesmolder Herrengartens wurde daher im
Rahmen des Förderprojektes auch durch eine Veröffentlichung des
Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege mit dem Titel: "Barocke
Gartenanlagen - gartendenkmalpflegerischer Umgang mit zerstörten Bereichen"
dokumentiert und anläßlich der Präsentation der Projektergebnisse auf Schloß
Gesmold von der Präsidentin des Landesamtes, Frau Dr. Christiane Segers-Glocke,
der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Fritz Brickwedde,
unterstrich, daß ausgehend von der Projektidee zur Erhaltung eines wertvollen
Kulturgutes durch die enge Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege
auch eine Publikation entstehen konnte, die zur Bewahrung von großen und kleinen
Parkanlagen, nicht nur im Lande Niedersachsen, einen wichtigen Beitrag leisten
wird. Brickwedde verwies darauf, daß die Deutsche Bundesstiftung Umwelt seit
1991 im Rahmen eines Förderschwerpunktes für die Erhaltung national wertvoller
umweltgeschädigter Parks und Gartenanlagen 28 Förderprojekte mit rd. 5 Mio. DM
unterstützen konnte. Neben herausragenden Parkanlagen in Ostdeutschland wie
den Pückler-Parks in Bad Muskau und Branitz sowie dem
Dessau-Wörlitzer-Gartenreich wurden auch kleinere Vorhaben unterstützt, wie z.B.
die Revitalisierung der Parkanlage von Schloß Altenkamp im Emsland oder das
Vorhaben auf Schloß Gesmold.