Zwickau / Osnabrück. Für die modellhafte Beseitigung und Verhütung
bergbaubedingter Schäden am Dom St. Marien in Zwickau bewilligte das Kuratorium
der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) in diesen Tagen 686.714 Mark
Fördermittel. Der Zwickauer Mariendom zähle zu den bedeutendsten gotischen
Hallenkirchen im sächsischen Raum und sei deshalb schon 1991 und 1993 mit einer
Gesamtfördersumme von 3.919.000 Mark in das Soforthilfeprogramm der
Umweltstiftung für die neuen Bundesländer aufgenommen worden, heißt es in einer
Pressemitteilung der Stiftung.
Seit einigen Jahren durchgeführte Messungen hätten eine neue Gefährdung des Doms durch
altbergbaubedingte Schäden bewiesen. Der Dom, der zu Anfang des Jahrhunderts aufgrund
des Bergbaus weit über drei Meter gesunken sei, sei nun einem kontinuierlichen
Hebungsprozeß ausgesetzt, der sich in Rißbildungen und Lageveränderungen von Bauteilen
beobachten lasse. Diese altbergbaubedingten Aufpressungen würden als Neuheit in der
Bergschadenstheorie angesehen.
Auf der Grundlage von Vorarbeiten des Instituts für Diagnostik und Konservierung an
Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. und in Zusammenarbeit mit dem
Architekturbüro Dr. Kühn in Zwickau sei ein innovativer Sanierungsvorschlag entwickelt
worden, der die Pfeiler-Gewölbe-Konstruktion nicht antaste. Vorgeschlagen werde der
abschnittweise Einbau eines Stahlbetonankers, dessen Querschnitt einen Lastausgleich zum
entfernten Ziegelmauerwerk gewährleisten solle.
Das Vorhaben soll durch das Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in
Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V., das Sächsische Landesamt für Denkmalpflege sowie das
Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie konstant begleitet werden. Innovative
Technologien und modellhafte übertragbare Lösungen würden zur Stabilität historischer
Konstruktionen, Verformbarkeit von Gewölben sowie bergbaubedingter Schadensfolgen
erwartet.