24.09.1998 | Beseitigung bergbaubedingter Schäden: Umweltstiftung hilft St. Marien in Zwickau

Fast 700.000 Mark für eine der bedeutendsten gotischen Hallenkirchen im sächsischen Raum - Dom Hebungsprozeß ausgesetzt

Zwickau / Osnabrück. Für die modellhafte Beseitigung und Verhütung bergbaubedingter Schäden am Dom St. Marien in Zwickau bewilligte das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) in diesen Tagen 686.714 Mark Fördermittel. Der Zwickauer Mariendom zähle zu den bedeutendsten gotischen Hallenkirchen im sächsischen Raum und sei deshalb schon 1991 und 1993 mit einer Gesamtfördersumme von 3.919.000 Mark in das Soforthilfeprogramm der Umweltstiftung für die neuen Bundesländer aufgenommen worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.

Seit einigen Jahren durchgeführte Messungen hätten eine neue Gefährdung des Doms durch altbergbaubedingte Schäden bewiesen. Der Dom, der zu Anfang des Jahrhunderts aufgrund des Bergbaus weit über drei Meter gesunken sei, sei nun einem kontinuierlichen Hebungsprozeß ausgesetzt, der sich in Rißbildungen und Lageveränderungen von Bauteilen beobachten lasse. Diese altbergbaubedingten Aufpressungen würden als Neuheit in der Bergschadenstheorie angesehen.

Auf der Grundlage von Vorarbeiten des Instituts für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V. und in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Dr. Kühn in Zwickau sei ein innovativer Sanierungsvorschlag entwickelt worden, der die Pfeiler-Gewölbe-Konstruktion nicht antaste. Vorgeschlagen werde der abschnittweise Einbau eines Stahlbetonankers, dessen Querschnitt einen Lastausgleich zum entfernten Ziegelmauerwerk gewährleisten solle.

Das Vorhaben soll durch das Institut für Diagnostik und Konservierung an Denkmalen in Sachsen und Sachsen-Anhalt e.V., das Sächsische Landesamt für Denkmalpflege sowie das Sächsische Landesamt für Umwelt und Geologie konstant begleitet werden. Innovative Technologien und modellhafte übertragbare Lösungen würden zur Stabilität historischer Konstruktionen, Verformbarkeit von Gewölben sowie bergbaubedingter Schadensfolgen erwartet.