Hamburg / Osnabrück. Mit Fördermitteln von rund 1,3 Milliarden Mark hat die seit
dem 1. März 1991 tätige Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) aus Osnabrück
3.000 Projekte der Umweltforschung, -technik und -bildung unterstützt. Davon
entfielen über 800 Millionen Mark auf ca. 2.000 kleine und mittlere Unternehmen.
Auf deren Umweltentlastungspotential durch Innovation im Bereich der
Umwelttechnik setzt die Umweltstiftung in besonderem Maße. Diese Angaben
machte der Generalsekretär dieser größten europäischen Umweltstiftung, Fritz
Brickwedde, am Dienstag in Hamburg vor Journalisten.
Brickwedde betonte, die Umweltstiftung sei besonders der Förderung umweltentlastender
Maßnahmen durch Innovationen in der mittelständischen Wirtschaft verpflichtet. Dadurch
könne Deutschland allein seine führende Rolle im Bereich des Umweltschutzes behaupten.
Gerade diesem Bereich fehle es aber häufig am notwendigen Kapital, um umweltentlastende
Ideen zu verwirklichen. In vielen Fällen sei daher die Förderung durch die Umweltstiftung die
einzige Chance zur Umsetzung. Es gelte, die "Umweltpioniere" in der mittelständischen
Wirtschaft und in der Forschung in die Lage zu versetzen, "aus brillanten Ideen meßbaren
Fortschritt zu machen".
Deshalb seien seit 1991 fast zwei Drittel aller Fördermittel der Umweltstiftung - über 800
Millionen Mark - in den Mittelstand geflossen, weit mehr als die Hälfte davon in Firmen mit
einem Jahresumsatz von bis zu fünf Millionen Mark. Seit Anfang 1997 sei die direkte und
indirekte Förderung von Umweltinnovationen der mittelständischen Wirtschaft sogar auf
über drei Viertel des jährlichen Gesamtbudgets von rund 150 Millionen Mark gestiegen.
Für die Stiftung, die aufgrund einer Initiative von Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel
und auf der Basis eines 1990 vom Deutschen Bundestag beschlossenen Gesetzes am 1.
März 1991 ihre Tätigkeit aufnahm, seien Vorhaben förderfähig, die sich unter dem Aspekt
des Standes in Forschung und Technik klar von bereits bestehenden Verfahren abgrenzten.
Außerdem müßten sie eine Weiterentwicklung darstellen beziehungsweise die Anwendung
neuer Entwicklungen in der Praxis demonstrieren sowie eine Umsetzung der Ergebnisse in
die Praxis zeitnah erwarten lassen. Damit führten sie mittelbar oder unmittelbar zu einer
Umweltentlastung.
Als Beispiele für ihre Förderphilosophie präsentierte die Stiftung in Hamburg Projekte aus
dem Bereich der Förderung umweltfreundlicher Verfahren und Produkte, aus dem Bereich
der innovativen Verfahren zur Verwertung, Emissionsminderung und Abfallbeseitigung sowie
der Nutzung erneuerbarer Energien, die - so Brickwedde - zu den Kernbereichen der
Stiftung gehörten (s. gesonderte Presseinformationen).
Seit ihrer Gründung habe die Deutsche Bundesstiftung Umwelt über 1,3 Milliarden Mark an
Fördermitteln in den Bereichen Umwelttechnik, -forschung und -bildung ausgeschüttet und
dadurch direkt und indirekt Investitionen im Umweltbereich von über zwei Milliarden Mark
angestoßen bzw. überhaupt ermöglicht.
Brickwedde wies in Hamburg auch darauf hin, daß sich die Stiftung in ihrer zentralen
Ausrichtung in den letzten Jahren nicht nur stark vom nachsorgenden auf den vorsorgenden
und produktionsintegrierten Umweltschutz verlagert habe, sondern sich auch in steigendem
Maße von einer rein fördernden zu einer teiloperativen Stiftung entwickelt habe. Das heiße,
sie definiere zunehmend als für den Umweltschutz wesentlich erkannte Probleme, trage sie
in die Öffentlichkeit und ermögliche Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen
durch ihre Finanzierung, Lösungsansätze zu erarbeiten. Mit diesem Ansatz seien in den
vergangenen Jahren in Eigenregie der Stiftung die Förderschwerpunkte Holz, ökologisches
Bauen, Biotechnologie und Bioabfallverwertung eingerichtet worden.