Wettringen / Osnabrück. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) will
einen wesentlichen Beitrag zu einer stärkeren Nutzung der Sonnenenergie leisten.
Mit einer Fördersumme von zehn Millionen Mark sollen ab Anfang 1999 auf den
Dächern mehrerer hundert kirchlicher Einrichtungen Demonstrationsanlagen zur
Solarenergienutzung entstehen. Durch den hohen Vorbildcharakter der Kirchen will
die Stiftung Bürgerinnen und Bürger gerade auch im privaten Bereich für die
Nutzung dieser umweltfreundlichen Energiequelle erwärmen. Das betonte Fritz
Brickwedde, Generalsekretär der Umweltstiftung, heute bei der
Auftaktveranstaltung der "Solarkampagne 2.000" in Wettringen. Auch sie wird mit
bis zu vier Millionen Mark von der größten Umweltstiftung Europas finanziert
Brickwedde stellte vor Journalisten heraus, daß die Umweltstiftung verstärkt Projekte im
Bereich Solarenergie fördere. Als Beispiele nannte der Generalsekretär unter anderem ein
Programm für Bildungseinrichtungen mit dem Schwerpunkt berufliche Qualifizierung, durch
das Wissen über regenerative Umwelttechnik stärker verbreitet werden soll. Gefördert
werden mit maximal 150.000 Mark pro Projekt Demonstrationsanlagen an Einrichtungen, an
denen ein umwelttechnischer Schwerpunkt in Verbindung mit beruflicher Qualifizierung
besteht. Insgesamt wurden bisher über 20 Projekte mit einem Volumen von über 2,2
Millionen Mark von der Stiftung unterstützt. Für Projekte an schulischen
Berufsbildungszentren, Weiterbildungsstätten des Handwerks, Umweltbildungseinrichtungen
u.a. stehen noch weitere vier Millionen Mark zur Verfügung.
Ebenfalls der Vermittlung innovativer Umwelttechnik im Rahmen von Unterricht und
Bildungsveranstaltungen diene ein weiteres Programm, mit dem über kleine Modell-anlagen
Kindern und Jugendlichen in den allgemeinbildenden Schulen ebenfalls die Leistungsfähigkeit
moderner Umwelttechnik vermittelt werde. Auch hier gehe es darum, über
Demonstrationstechniken den tatsächlichen Nutzen regenerativer Energie zu zeigen. Hier
seien in den vergangenen Jahren acht Projekte mit fast 80.000 Mark durch die Stiftung
gefördert worden. Die Maximalförderung liege bei 10.000 Mark pro Projekt.
Außerdem solle etwa Handwerkern und Architekten verstärkt neben dem energiesparenden
Bauen auch die Nutzung der Sonnenenergie nahegebracht werden. Durch die Förderung
innovativer Demonstrationsverfahren mit hohem Verbreitungscharakter müsse die
Photovoltaik als architektonisches Element stärker als bisher zur Geltung kommen.
Richtungsweisende Vorzeigevorhaben und Forschungs- und Entwicklungsprojekte sollten der
solaren Nahwärmeversorgung auf die Sprünge helfen. Hier habe die Stiftung insbesondere
Behälterbauer sowie kleine und mittlere kommunale Versorgungsunternehmen im Auge.
Die nun mit Hilfe der Stiftung ins Leben gerufene "Solarkampagne 2.000" werde der Nutzung
der Sonnenenergie zur Wärmegewinnung "zu einer breiten Akzeptanz verhelfen", so
Brickwedde. Sie werde Pioniergeist wecken bei den erstmalig komplett
zusammengebundenen Akteuren einschlägiger Berufssparten. Sie werde die Vorteile der
Sonnenenergie verdeutlichen, Markttransparenz schaffen, Beratungskompetenz aufbauen
und Fördermöglichkeiten darstellen. Wichtig sei auch das Image der Solarenergie.
Brickwedde: "Eine Solaranlage auf dem Dach muß einfach schicker sein als ein
Geländewagen in der Garage."
Vor diesem Hintergrund sei es für die Stiftung dann nur konsequent gewesen, auch nach
zusätzlichen Wegen zu suchen, der stärkeren Nutzung von Sonnenenergie in anderen
Bereichen auf die Beine zu helfen. Gestoßen sei die Stiftung auf das Beispiel des
Nachbarlandes Österreich, in dem - bezogen auf die Einwohnerzahl - sechsmal häufiger
Sonnenenergie genutzt werde. Außerdem sei es dort gesellschaftlicher Konsens, daß die
Nutzung erneuerbarer Energien ein Beitrag zur Erhaltung der Schöpfung sei. Zurückzuführen
sei das unter anderem auch auf die starke Vorbildfunktion der Kirchengemeinden, die die
Solarenergie in weitaus größerem Maße nutzten als das hier der Fall sei. Die Größe der
Demonstrationsanlagen zur Solarenergienutzung müsse sich für eine Förderung durch die
Stiftung an den typischen Erfordernissen privater Haushalte orientieren, um auch die
Möglichkeit einer Übertragbarkeit auf sie zu signalisieren.