Osnabrück. Der bei Spritzlackierungen auftretende Lacknebel, der sog. Overspray,
kann jetzt weitestgehend zurückgewonnen werden. Bislang gingen durch den
Overspray rund 30 Prozent des Lacks verloren. Da der Lacknebel durch Wasser
abgefangen und durch zugesetzte Chemikalien anschließend vom Wasser wieder
abgetrennt wurde, mußte der entstehende Lackschlamm als Sonderabfall entsorgt
werden. Durch zwei neue, von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück)
geförderte Verfahren kann dies künftig vermieden werden.
Das Förderprojekt der Firma Ernst Peter & Sohn GmbH, Herford, das in Zusammenarbeit mit
der Fachhochschule Osnabrück, der Firma Weil Industrieanlagen GmbH, Osnabrück, und der
Firma Rippert KG aus Clarholz-Herzebrock durchgeführt wurde, umfaßte sowohl die
Anpassung von Lacksystemen als auch die Entwicklung modifizierter Spritzkabinen mit dem
Ziel der Kreislaufführung der verspritzten Lacke. Im Rahmen des Vorhabens wurden zwei
praktisch umsetzbare technische Lösungen entwickelt: So ist es zum einen möglich, die
wasserbasierten Dispersionslacke für den Bereich der Holz- und Kunststofflackierung nach
Anpassung der Rezepturen durch ein Ultrafiltrationsverfahren in verarbeitbarer Form
zurückzugewinnen. In der anderen Variante wurde die heute gebräuchliche
Wasserberieselung in den Spritzkabinen durch einen langsam an den Wänden
herunterlaufenden Lackfilm ersetzt. Der auftretende Lacknebel gelangt so ohne Verdünnung
direkt wieder in den Lackvorrat der Spritzkabine.
Gegenüber dem Ultrafiltrationsverfahren liegt der Vorteil der neuen "Lack in
Lack"-Spritztechnik in der einfacheren und preiswerteren Technologie bei Neuinvestitionen,
so daß insbesondere kleinere Lackierbetriebe diese Technik gut anwenden können. Sind
jedoch häufigere Farbtonwechsel im Produktionsprozeß erforderlich, hat die Kreislaufführung
der verspritzten Lacke durch die Ultrafiltrationstechnik Vorteile, da die beim Wechsel
notwendige Reinigung der Anlagen wesentlich leichter zu bewerkstelligen ist.
Beide Verfahren finden inzwischen bereits praktische Anwendung in Lackierbetrieben. "Die
Ergebnisse des Förderprojektes zeigen die Vorteile des produktionsintegrierten
Umweltschutzes deutlich auf, da durch ein intelligentes Verfahren Ressourcen geschont und
Sonderabfälle vermieden werden", erklärte der Generalsekretär der Stiftung, Fritz
Brickwedde, bei der Präsentation der Projektergebnisse.