16.07.1998 | Neue Verwertung für Lacknebel

Innovatives Lackierverfahren erfolgreich in die Praxis eingeführt

Osnabrück. Der bei Spritzlackierungen auftretende Lacknebel, der sog. Overspray, kann jetzt weitestgehend zurückgewonnen werden. Bislang gingen durch den Overspray rund 30 Prozent des Lacks verloren. Da der Lacknebel durch Wasser abgefangen und durch zugesetzte Chemikalien anschließend vom Wasser wieder abgetrennt wurde, mußte der entstehende Lackschlamm als Sonderabfall entsorgt werden. Durch zwei neue, von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) geförderte Verfahren kann dies künftig vermieden werden.

Das Förderprojekt der Firma Ernst Peter & Sohn GmbH, Herford, das in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Osnabrück, der Firma Weil Industrieanlagen GmbH, Osnabrück, und der Firma Rippert KG aus Clarholz-Herzebrock durchgeführt wurde, umfaßte sowohl die Anpassung von Lacksystemen als auch die Entwicklung modifizierter Spritzkabinen mit dem Ziel der Kreislaufführung der verspritzten Lacke. Im Rahmen des Vorhabens wurden zwei praktisch umsetzbare technische Lösungen entwickelt: So ist es zum einen möglich, die wasserbasierten Dispersionslacke für den Bereich der Holz- und Kunststofflackierung nach Anpassung der Rezepturen durch ein Ultrafiltrationsverfahren in verarbeitbarer Form zurückzugewinnen. In der anderen Variante wurde die heute gebräuchliche Wasserberieselung in den Spritzkabinen durch einen langsam an den Wänden herunterlaufenden Lackfilm ersetzt. Der auftretende Lacknebel gelangt so ohne Verdünnung direkt wieder in den Lackvorrat der Spritzkabine.

Gegenüber dem Ultrafiltrationsverfahren liegt der Vorteil der neuen "Lack in Lack"-Spritztechnik in der einfacheren und preiswerteren Technologie bei Neuinvestitionen, so daß insbesondere kleinere Lackierbetriebe diese Technik gut anwenden können. Sind jedoch häufigere Farbtonwechsel im Produktionsprozeß erforderlich, hat die Kreislaufführung der verspritzten Lacke durch die Ultrafiltrationstechnik Vorteile, da die beim Wechsel notwendige Reinigung der Anlagen wesentlich leichter zu bewerkstelligen ist.

Beide Verfahren finden inzwischen bereits praktische Anwendung in Lackierbetrieben. "Die Ergebnisse des Förderprojektes zeigen die Vorteile des produktionsintegrierten Umweltschutzes deutlich auf, da durch ein intelligentes Verfahren Ressourcen geschont und Sonderabfälle vermieden werden", erklärte der Generalsekretär der Stiftung, Fritz Brickwedde, bei der Präsentation der Projektergebnisse.