Metelen / Osnabrück. Dem international operierenden, illegalen Tierhandel, dem
Jahr für Jahr eine ständig steigende Zahl exotischer Tiere zum Opfer fällt, sollen nun
durch vermehrte Information von Experten und breiter Öffentlichkeit die Zähne
gezeigt werden. Am Biologischen Institut Metelen, einem gemeinnützigen Verein,
der sich den Schutz bedrohter Tierarten auf die Fahnen geschrieben hat, wird eine
bundesweit einmalige Artenschutzschule als Umweltbildungsstätte eingerichtet.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) beschloß jetzt, dem Verein fast
2,5 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Josef Feldmann, Justitiar der Stiftung:
"Damit wird erstmals eine Einrichtung geschaffen, die es erlaubt, Experten und
Privatpersonen in diesem heiklen und sensiblen Bereich fortzubilden und zu
informieren."
Das Institut betreibe bereits seit längerem ein "Schutzzentrum für behördlich
beschlagnahmte Tiere", in dem Exoten vorübergehend aufgenommen würden, die von
Behörden aus arten- und tierschutzrechtlichen Gründen in Gewahrsam genommen worden
seien, heißt es in einer Pressemitteilung der größten Umweltstiftung Europas. Um über
intensivere Öffentlichkeitsarbeit und meinungsbildende Aufklärung den Schutz vom
Aussterben bedrohter Tierarten voranzutreiben, solle nun eine Artenschutzschule als
Umweltbildungsstätte an das Schutzzentrum angegliedert werden.
Sie solle im Umwelt- und Artenschutz tätigen Mitarbeitern von Naturschutz-, Veterinär-,
Justiz-, Polizei- und Zollbehörden als Fortbildungsstätte dienen. Angesichts einer
wachsenden Mobilität breiter Bevölkerungskreise solle sie auch zur Aufklärung von
Zielgruppen wie Journalisten, Museums-, Zoo- und Umweltpädagogen sowie Schülerinnen
und Schülern beitragen. Dabei solle der unmittelbar angrenzende Vogelpark Metelener
Heide, der auch eine spezielle Vogelparkschule betreibt, in das Konzept einbezogen werden.
Inhaltlich sollten Themen wie Artenkenntnis und Artenschutzrecht vermittelt, aber auch die
Bedingungen und Praktiken des internationalen Tierhandels, die Auswirkungen von
touristischem Freizeit- und Konsumentenverhalten beleuchtet sowie über mögliche
Schutzstrategien informiert werden. Geschehen solle das über Schulungen, Seminare,
Symposien, Ausstellungen und Exkursionen, wobei auf einer emotionalen Ebene eine
unmittelbare Konfrontation in den verschiedenen Tierhäusern stattfinden solle. So sollten
etwa in das Land geschmuggelte, beim Transport geschädigte Tiere für unmittelbare
Betroffenheit sorgen und andererseits über das Aufzeigen vorbildlicher
Unterbringungsmöglichkeiten die Notwendigkeit eines konsequenten Tier- und
Artenschutzes verdeutlicht werden.
Eingerichtet werde die Artenschutzschule in einem Anbau an das Biologische Institut
Metelen. Von der Stiftung unter anderem finanziert werde die Errichtung eines
Mehrzweckgebäudes, dessen Kernstück ein unterteilbarer Schulungs- und Tagungsraum
sowie ein weiterer Raum für Wechselausstellungen und Präsentationen sei, der bei Bedarf
auch als Schulungsraum Verwendung finden könne. Feldmann: "Wir wollen so mithelfen, die
vielfältigen Aspekte des nationalen und internationalen Artenschutzes einem möglichst
großen Publikum zu vermitteln."
Weitere Informationen über unseren Projektpartner: Biologisches Institut Metelen
e.V., Dr. Dieter Glandt, Tel. 02556/7077, Fax 02556/1000