23.06.1998 | Illegalem Handel mit exotischen Tieren durch breitere Information Zähne zeigen

Deutsche Bundesstiftung Umwelt hilft beim Aufbau einer bundesweit einmaligen Artenschutzschule in Metelen mit 2,5 Millionen Mark

Metelen / Osnabrück. Dem international operierenden, illegalen Tierhandel, dem Jahr für Jahr eine ständig steigende Zahl exotischer Tiere zum Opfer fällt, sollen nun durch vermehrte Information von Experten und breiter Öffentlichkeit die Zähne gezeigt werden. Am Biologischen Institut Metelen, einem gemeinnützigen Verein, der sich den Schutz bedrohter Tierarten auf die Fahnen geschrieben hat, wird eine bundesweit einmalige Artenschutzschule als Umweltbildungsstätte eingerichtet. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) beschloß jetzt, dem Verein fast 2,5 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen. Josef Feldmann, Justitiar der Stiftung: "Damit wird erstmals eine Einrichtung geschaffen, die es erlaubt, Experten und Privatpersonen in diesem heiklen und sensiblen Bereich fortzubilden und zu informieren."

Das Institut betreibe bereits seit längerem ein "Schutzzentrum für behördlich beschlagnahmte Tiere", in dem Exoten vorübergehend aufgenommen würden, die von Behörden aus arten- und tierschutzrechtlichen Gründen in Gewahrsam genommen worden seien, heißt es in einer Pressemitteilung der größten Umweltstiftung Europas. Um über intensivere Öffentlichkeitsarbeit und meinungsbildende Aufklärung den Schutz vom Aussterben bedrohter Tierarten voranzutreiben, solle nun eine Artenschutzschule als Umweltbildungsstätte an das Schutzzentrum angegliedert werden.

Sie solle im Umwelt- und Artenschutz tätigen Mitarbeitern von Naturschutz-, Veterinär-, Justiz-, Polizei- und Zollbehörden als Fortbildungsstätte dienen. Angesichts einer wachsenden Mobilität breiter Bevölkerungskreise solle sie auch zur Aufklärung von Zielgruppen wie Journalisten, Museums-, Zoo- und Umweltpädagogen sowie Schülerinnen und Schülern beitragen. Dabei solle der unmittelbar angrenzende Vogelpark Metelener Heide, der auch eine spezielle Vogelparkschule betreibt, in das Konzept einbezogen werden.

Inhaltlich sollten Themen wie Artenkenntnis und Artenschutzrecht vermittelt, aber auch die Bedingungen und Praktiken des internationalen Tierhandels, die Auswirkungen von touristischem Freizeit- und Konsumentenverhalten beleuchtet sowie über mögliche Schutzstrategien informiert werden. Geschehen solle das über Schulungen, Seminare, Symposien, Ausstellungen und Exkursionen, wobei auf einer emotionalen Ebene eine unmittelbare Konfrontation in den verschiedenen Tierhäusern stattfinden solle. So sollten etwa in das Land geschmuggelte, beim Transport geschädigte Tiere für unmittelbare Betroffenheit sorgen und andererseits über das Aufzeigen vorbildlicher Unterbringungsmöglichkeiten die Notwendigkeit eines konsequenten Tier- und Artenschutzes verdeutlicht werden.

Eingerichtet werde die Artenschutzschule in einem Anbau an das Biologische Institut Metelen. Von der Stiftung unter anderem finanziert werde die Errichtung eines Mehrzweckgebäudes, dessen Kernstück ein unterteilbarer Schulungs- und Tagungsraum sowie ein weiterer Raum für Wechselausstellungen und Präsentationen sei, der bei Bedarf auch als Schulungsraum Verwendung finden könne. Feldmann: "Wir wollen so mithelfen, die vielfältigen Aspekte des nationalen und internationalen Artenschutzes einem möglichst großen Publikum zu vermitteln."

Weitere Informationen über unseren Projektpartner: Biologisches Institut Metelen e.V., Dr. Dieter Glandt, Tel. 02556/7077, Fax 02556/1000