Osnabrück / Frankfurt. Der Deutsche Umweltpreis - mit einer Million Mark
höchstdotierter Umweltpreis Europas - wird 1998 in Frankfurt verliehen. Das
Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) unter Vorsitz von
Bundesbankpräsident Professor Dr. Hans Tietmeyer beschloß, die bisher fünfmal
vergebene Auszeichnung am 8. November im Rahmen eines Festaktes in der Alten
Oper Frankfurt an den oder die neuen Preisträger zu überreichen. 1993 war der
Preis der 1990 gegründeten Stiftung erstmals in Berlin, 1994 in Dresden, 1995 in
München, 1996 in Hamburg, im Vorjahr in Bonn verliehen worden.
Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung "Einsatz und
Leistungen auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur
Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer
deutlichen Umweltentlastung beitragen werden", wie es die entsprechenden Leitlinien
vorsehen. Die Auszeichnung soll Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften",
Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im
Vorfeld zu entschärfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung, die seit Aufnahme
ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in über 2.700 innovative Umweltschutzprojekte mehr
als 1,2 Milliarden Mark investiert hat.
Bei der ersten Vergabe des Deutschen Umweltpreises 1993 wurde die sächsische Firma
Foron für die Entwicklung des ersten fluorchlorkohlenwasserstoff- und
fluorkohlenwasserstofffreien (FCKW und FKW) Kühlschrankes ausgezeichnet. Zweiter
Preisträger 1993 war der Münchner Ökologieprofessor Dr. Wolfgang Haber, der für sein
Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 1994 wurden das ökologische Musterdorf Wulkow in
Brandenburg, die Umweltinitiativen der ostwestfälischen Wirtschaft sowie die Ozonforscher
Professor Dr. Paul J. Crutzen - 1995 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet - und Dr.
Frank Arnold in der Dresdner Semperoper geehrt. 1995 wurden als "Pioniere des
Umweltmanagements" die Unternehmer Klaus Günther aus Lengerich in Westfalen und Dr.
Georg Winter aus Hamburg ausgezeichnet.
1996 wurden der polnischen Politiker und Ökologe Professor Dr. Maciej Nowicki in Würdigung
seines Lebenswerkes sowie die Firma Wilkhahn Wilkening & Hahne aus dem
niedersächsischen Bad Münder für das erfolgreiche praktizieren moderner Methoden des
Ökocontrolling ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr wurden die Firma Integral
Energietechnik (Flensburg), der Unternehmer Dr. Michael Otto (Hamburg) und der
Wissenschaftler Professor Dr. Bernhard Ulrich (Waake bei Göttingen) für ihr
Umweltengagement mit dem Preis bedacht.
Nach Abschluß des Ausschreibungsverfahrens, bei dem Vertreter gesellschaftlich relevanter
Institutionen und Verbände ihre Favoriten für den Deutschen Umweltpreis 1998 nominieren
konnten, liegen insgesamt über 100 Vorschläge vor. Eine unabhängige Fachjury prüft alle
eingegangenen Vorschläge, bevor das Kuratorium der Stiftung entscheiden und der Preis
dann im Herbst 1998 in Frankfurt verliehen werden wird.