05.06.1998 | Umweltstiftung: Professor Dr. Hans Tietmeyer bleibt Kuratoriumsvorsitzender

Vorstand der größten Umweltstiftung Europas tagte heute in Osnabrück - Professor Dr. Engelhardt und MdB Helmut Wieczorek Stellvertreter

Osnabrück. Professor Dr. Hans Tietmeyer führt auch weiterhin die Geschicke der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück. Das Kuratorium wählte den Präsidenten der Deutschen Bundesbank heute in Osnabrück erneut zu seinem Vorsitzenden. Das Ehrenamt hat Tietmeyer seit Gründung der größten Umweltstiftung Europas 1990 inne. Zu stellvertretenden Vorsitzenden des Kuratoriums, das als Vorstand der Stiftung unter anderem die Leitlinien für die Förderprojekte festlegt, die Fördermittel vergibt und über die Vergabe des mit einer Million Mark höchstdotierten Umweltpreises Europas, des Deutschen Umweltpreises, entscheidet, wurden Professor Dr. Wolfgang Engelhardt, Präsident des Deutschen Naturschutzringes, und Helmut Wieczorek, Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages, gewählt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt war auf Initiative von Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel entstanden. Er schlug im Oktober 1989 dem Bundeskabinett vor, den bei der Privatisierung des Salzgitter-Konzerns anfallenden Verkaufserlös nicht zur allgemeinen Haushaltsfinanzierung zu verwenden, sondern ihn zweckgebunden für den Umweltschutz als Kapital in eine Bundesstiftung einzubringen. Für diese Aufgabe wurde die Deutsche Bundesstiftung Umwelt mit einem Stiftungskapital von ca. 2,5 Milliarden Mark aus dem Privatisierungserlös des ehemals bundeseigenen Salzgitter-Konzerns ausgestattet. Damit zählt die Umweltstiftung zu den größten Stiftungen Europas. Heute beläuft sich das Kapital auf fast drei Milliarden Mark.

Nach eingehender Beratung im Parlament trat dann am 18. Juli 1990 das Gesetz zur Errichtung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Kraft. Nach der Verabschiedung der Satzung durch das Bundeskabinett konstituierte sich im Dezember 1990 das 14 Mitglieder umfassende Kuratorium und wählte Prof. Dr. Hans Tietmeyer als Vorsitzenden. Am 1. März 1991 nahm die Geschäftsstelle unter Leitung von Generalsekretär Fritz Brickwedde in Osnabrück ihre Arbeit auf. Im April 1991 konnte das Kuratorium bereits die ersten Förderentscheidungen treffen, damals zunächst vor allem zugunsten von Umweltprojekten in den neuen Bundesländern. Insgesamt hat die Stiftung bisher rund 2.700 Projekte mit einem Volumen von rund 1,2 Milliarden Mark gefördert. Davon flossen rund 60 Prozent in die ostdeutschen Bundesländer.

Am Beginn der inhaltlichen Überlegungen zur Gründung der Stiftung habe vor allem die Absicht gestanden, die aus der Privatisierung anfallenden Mittel dauerhaft zur Förderung zukunftsorientierter Umweltschutzaktivitäten am Wirtschaftsstandort Deutschland einzusetzen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung weiter. Zukunftsorientiert solle hier insbesondere heißen: umwelt- und gesundheitsfreundlich, und zwar sowohl was die Produktionsverfahren als auch deren Ergebnisse, die Produkte selbst, angehe.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wolle dabei im Sinne eines produktionsintegrierten, vorbeugenden Umweltschutzes insbesondere neue Aktivitäten anstiften und ihnen über die Anfangshürden helfen. Durch die Fördermittel solle das finanzielle Risiko ökologischer Innovationen in geeigneten Einzelfällen auf ein tragbares Maß verringert werden. Gleichzeitig unterstütze sie Kooperationsprojekte in der Anwendung von Umwelttechnik und den Austausch von Wissen über die Umwelt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und anderen öffentlichen oder privaten Stellen. Modellhaft werden auch national wertvolle Kulturgüter im Hinblick auf schädliche Umwelteinflüsse bewahrt und gesichert.

Weitere Mitglieder des Kuratoriums sind der Finanzminister des Landes Niedersachsen, Heinrich Aller, der Geschäftsführer des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle, Professor Dr. Peter Fritz, Staatssekretär a.D. Wolfgang Gröbl, der Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Erhard Jauck, die Direktorin der Firma Südzucker, Susanne Langguth, Rechtsanwalt Dr. Sigurd Lehmann-Tolkmitt, der Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Dr. Manfred Overhaus, der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses des Deutschen Bundestages, Dieter Pützhofen, der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, Dr. Lorenz Schomerus, der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Helmut Stahl sowie der Vorsitzende des Finanzausschusses des Deutschen Bundestages und das Mitglied des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages, Carl-Ludwig Thiele.