Osnabrück. Professor Dr. Hans Tietmeyer führt auch weiterhin die Geschicke der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück. Das Kuratorium wählte den
Präsidenten der Deutschen Bundesbank heute in Osnabrück erneut zu seinem
Vorsitzenden. Das Ehrenamt hat Tietmeyer seit Gründung der größten
Umweltstiftung Europas 1990 inne. Zu stellvertretenden Vorsitzenden des
Kuratoriums, das als Vorstand der Stiftung unter anderem die Leitlinien für die
Förderprojekte festlegt, die Fördermittel vergibt und über die Vergabe des mit einer
Million Mark höchstdotierten Umweltpreises Europas, des Deutschen
Umweltpreises, entscheidet, wurden Professor Dr. Wolfgang Engelhardt, Präsident
des Deutschen Naturschutzringes, und Helmut Wieczorek, Vorsitzender des
Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages, gewählt.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt war auf Initiative von Bundesfinanzminister Dr. Theo
Waigel entstanden. Er schlug im Oktober 1989 dem Bundeskabinett vor, den bei der
Privatisierung des Salzgitter-Konzerns anfallenden Verkaufserlös nicht zur allgemeinen
Haushaltsfinanzierung zu verwenden, sondern ihn zweckgebunden für den Umweltschutz als
Kapital in eine Bundesstiftung einzubringen. Für diese Aufgabe wurde die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt mit einem Stiftungskapital von ca. 2,5 Milliarden Mark aus dem
Privatisierungserlös des ehemals bundeseigenen Salzgitter-Konzerns ausgestattet. Damit
zählt die Umweltstiftung zu den größten Stiftungen Europas. Heute beläuft sich das Kapital
auf fast drei Milliarden Mark.
Nach eingehender Beratung im Parlament trat dann am 18. Juli 1990 das Gesetz zur
Errichtung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Kraft. Nach der Verabschiedung der
Satzung durch das Bundeskabinett konstituierte sich im Dezember 1990 das 14 Mitglieder
umfassende Kuratorium und wählte Prof. Dr. Hans Tietmeyer als Vorsitzenden. Am 1. März
1991 nahm die Geschäftsstelle unter Leitung von Generalsekretär Fritz Brickwedde in
Osnabrück ihre Arbeit auf. Im April 1991 konnte das Kuratorium bereits die ersten
Förderentscheidungen treffen, damals zunächst vor allem zugunsten von Umweltprojekten
in den neuen Bundesländern. Insgesamt hat die Stiftung bisher rund 2.700 Projekte mit
einem Volumen von rund 1,2 Milliarden Mark gefördert. Davon flossen rund 60 Prozent in die
ostdeutschen Bundesländer.
Am Beginn der inhaltlichen Überlegungen zur Gründung der Stiftung habe vor allem die
Absicht gestanden, die aus der Privatisierung anfallenden Mittel dauerhaft zur Förderung
zukunftsorientierter Umweltschutzaktivitäten am Wirtschaftsstandort Deutschland
einzusetzen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung weiter. Zukunftsorientiert solle
hier insbesondere heißen: umwelt- und gesundheitsfreundlich, und zwar sowohl was die
Produktionsverfahren als auch deren Ergebnisse, die Produkte selbst, angehe.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wolle dabei im Sinne eines produktionsintegrierten,
vorbeugenden Umweltschutzes insbesondere neue Aktivitäten anstiften und ihnen über die
Anfangshürden helfen. Durch die Fördermittel solle das finanzielle Risiko ökologischer
Innovationen in geeigneten Einzelfällen auf ein tragbares Maß verringert werden.
Gleichzeitig unterstütze sie Kooperationsprojekte in der Anwendung von Umwelttechnik und
den Austausch von Wissen über die Umwelt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und
anderen öffentlichen oder privaten Stellen. Modellhaft werden auch national wertvolle
Kulturgüter im Hinblick auf schädliche Umwelteinflüsse bewahrt und gesichert.
Weitere Mitglieder des Kuratoriums sind der Finanzminister des Landes Niedersachsen,
Heinrich Aller, der Geschäftsführer des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle, Professor
Dr. Peter Fritz, Staatssekretär a.D. Wolfgang Gröbl, der Staatssekretär im
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Erhard Jauck, die
Direktorin der Firma Südzucker, Susanne Langguth, Rechtsanwalt Dr. Sigurd
Lehmann-Tolkmitt, der Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Dr. Manfred
Overhaus, der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses des Deutschen
Bundestages, Dieter Pützhofen, der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, Dr.
Lorenz Schomerus, der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft,
Forschung und Technologie, Helmut Stahl sowie der Vorsitzende des Finanzausschusses
des Deutschen Bundestages und das Mitglied des Haushaltsausschusses des Deutschen
Bundestages, Carl-Ludwig Thiele.