Osnabrück / Hannover. "Wir haben von 1991 bis heute über 700 Projekte zum
Klimaschutz mit einer Fördersumme von fast 400 Millionen Mark unterstützt. Im
Bereich der erneuerbaren Energien waren es allein 194 Projekte mit einem Volumen
von 68,6 Millionen Mark. Mit Blick auf unser Ziel, zukünftigen Generationen
Lebensperspektiven in einer intakten Umwelt zu sichern, werden diese Themen
auch zukünftig bedeutende Schwerpunkte unserer Arbeit bleiben." - Mit diesen
Worten skizziert Franz-Georg Elpers, Pressesprecher der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt (Osnabrück), das Engagement der größten Umweltstiftung Europas auf der
Hannover Messe ‘98. Die Stiftung präsentiert sich mit ausgesuchten
Projektpartnern speziell zu den Themenkomplexen Klimaschutz /erneuerbare
Energien vom 20. bis 25. April in der Halle 13 am Stand G 30.
Zielsetzung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sei es, so Elpers, den Schritt vom
reparierenden zum vorbeugenden Umweltschutz zu unterstützen. Die Verringerung der
Umweltbelastungen durch Brennstoffe, die Schonung begrenzt vorhandener Energiequellen
und die Verminderung von Klimarisiken stellten besonders wichtige Aufgaben zum Schutz
der Umwelt dar.
Dem Abbau von Hindernissen zur sparsamen Energienutzung und der Nutzung erneuerbarer
Energien komme besondere Bedeutung zu. So würden vorzugsweise die Planung und
Anwendung innovativer Technologien, Verfahren, Systeme oder Erzeugnisse, für die das
Entwicklungsstadium im wesentlichen abgeschlossen sei oder die bereits Gegenstand einer
ersten Umsetzung gewesen seien, mit dem Ziel einer breiteren Nutzung der modellhaften,
neuartigen Anwendung gefördert.
Eine wichtige Zielgruppe der Umweltstiftung seien Handwerker und Architekten. Hier solle
durch Schulung und Beratung zum energiesparenden Bauen sowie zur Nutzung erneuerbarer
Energiequellen ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Der Anspruch der Stiftung
schlage sich auch in den Projektzahlen und Fördersummen der größten Umweltstiftung
Europas nieder. Seit Aufnahme der Fördertätigkeit am 1. März 1991 habe die Stiftung im
Bereich der erneuerbaren Energien 194 Projekte mit einem Finanzvolumen von knapp 68,6
Millionen Mark gefördert. Dabei stelle die Biomasse mit 32 Projekten und einem Volumen von
über 32,2 Millionen Mark das stärkste Kontingent gefolgt von der Wasserkraft (31 Projekte,
über fünf Millionen Mark), der Solarthermie (24/5,8 Millionen), der Photovoltaik (20/3,9
Millionen) und der Solarenergie allgemein (20/3,34 Millionen).
Präsentieren werde sich die Umweltstiftung in Hannover mit mehreren innovativen
Projektpartnern aus diesem Themenbereich. Elpers nennt hier als Beispiel die OVE
Objektversorgung mit rationellem Energieeinsatz aus Bad Rothenfelde in
Niedersachsen, die mit Stiftungshilfe die Wärmeversorgung des Schulzentrums im
niedersächsischen Melle-Buer auf erneuerbare Energieversorgung umstelle.
In heimischen Wäldern werde Holz als nachwachsender Rohstoff nur in der Menge genutzt,
wie es nachwachse. Beim Wachstum werde im gleichen Maße klimaschädigendes
Kohlendioxid gebunden, wie bei der Verbrennung freigesetzt werde. Die OVE habe daher in
Melle ein weitgehend kohlendioxid-neutrales Konzept zur Wärmeversorgung des
Schulzentrums Buer verwirklicht. Das bestehende Schulzentrum mit Grundschule,
Hauptschule und Orientierungsstufe, Realschule, Schulküchengebäude,
Hausmeisterwohnung, Kindergarten und Turnhalle sei vorher über einzelne, veraltete
Ölheizungen versorgt worden. Die Basis für das neue Konzept zur Wärmeversorgung stelle
eine Feuerungsanlage mit Holz in Form von naturbelassenen Hackschnitzeln dar. Durch
Sonnenkollektoren werde die Wärmeversorgung ergänzt. Eine Reservefeuerung mit Biodiesel
sichere im Notfall die Versorgung ab. Ein Nahwärmenetz versorge die einzelnen Gebäude.
Ein neu gebauter Kindergarten sei in die Versorgung einbezogen worden.
Waldbauern aus der Region lieferten das Holz als fertige Hackschnitzel an. Sie verarbeiteten
dabei Schwachholz aus etwa 400 Hektar Wald, das sich ansonsten kaum vermarkten lasse.
Durch dieregionale Versorgung blieben die Transportwege kurz. Die Hackschnitzel würden
direkt in einen Brennstoffbunker vor der Heizzentrale gefüllt. Von dort gelangten sie über
Förderschnecken in den Brennraum. Eine vollautomatische Steuerungs- und Regeltechnik
nach dem neuesten Stand der Technik führe zu geringem Betreuungsaufwand. Es ergäben
sich deutlich niedrigere Emissionen als bei einer vergleichbaren Ölheizung. Die anfallende
Asche werde auf den Feldern in der Region als Mineraldünger genutzt.
Insgesamt würden etwa 95 Prozent der Wärmeversorgung durch die Holzfeuerung und fünf
Prozent über die Sonnenenergie sichergestellt. Die Anlage ersetze jährlich etwa 125.000
Liter Heizöl. Durch die Umstellung der Heizungsanlage würden pro Jahr 300 Tonnen
Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre abgegeben. Die OVE betreibe die Anlage als
Energiedienstleister. Die Stadt Melle als Abnehmer der Wärme zahle einen höheren
Energiepreis als bei den veralteten Heizungsanlagen. Dafür spare sie aber die
Investitionskosten für eine neue Heizungsanlage. Die neue wirkungsvolle Brennertechnik
verringere zudem den Energieverbrauch.
Elpers: "Der Einsatz von Holz leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die
schonende Nutzung der heimischen Wälder wird durch den neuen Absatzweg für
Schwachholz aus der Waldpflege unterstützt. Die Wärmeerzeugung mit Holz ist eine
Alternative zum Einsatz von endlichen Ressourcen und unterstützt gleichzeitig die regionale
Forstwirtschaft."
Hinweis an die Redaktionen: Neben dem vorgestellten Projekt werden sich Projektpartner
aus Immendingen, Hannover, Flensburg, Braunschweig und München auf dem Stand
der Stiftung präsentieren. Nähere Infos zu den Projekten faxen wir Ihnen auf Nachfrage
gern zu. Auch Fotomaterial steht zur Verfügung.