12.04.1998 | Hannover Messe: erneuerbare Energien und Klimaschutz zentrale Stiftungsthemen

Deutsche Bundesstiftung Umwelt präsentiert innovative Projektpartner vom 20. bis 25. April in der niedersächsischen Landeshauptstadt

Osnabrück / Hannover. "Wir haben von 1991 bis heute über 700 Projekte zum Klimaschutz mit einer Fördersumme von fast 400 Millionen Mark unterstützt. Im Bereich der erneuerbaren Energien waren es allein 194 Projekte mit einem Volumen von 68,6 Millionen Mark. Mit Blick auf unser Ziel, zukünftigen Generationen Lebensperspektiven in einer intakten Umwelt zu sichern, werden diese Themen auch zukünftig bedeutende Schwerpunkte unserer Arbeit bleiben." - Mit diesen Worten skizziert Franz-Georg Elpers, Pressesprecher der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück), das Engagement der größten Umweltstiftung Europas auf der Hannover Messe ‘98. Die Stiftung präsentiert sich mit ausgesuchten Projektpartnern speziell zu den Themenkomplexen Klimaschutz /erneuerbare Energien vom 20. bis 25. April in der Halle 13 am Stand G 30.

Zielsetzung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sei es, so Elpers, den Schritt vom reparierenden zum vorbeugenden Umweltschutz zu unterstützen. Die Verringerung der Umweltbelastungen durch Brennstoffe, die Schonung begrenzt vorhandener Energiequellen und die Verminderung von Klimarisiken stellten besonders wichtige Aufgaben zum Schutz der Umwelt dar.

Dem Abbau von Hindernissen zur sparsamen Energienutzung und der Nutzung erneuerbarer Energien komme besondere Bedeutung zu. So würden vorzugsweise die Planung und Anwendung innovativer Technologien, Verfahren, Systeme oder Erzeugnisse, für die das Entwicklungsstadium im wesentlichen abgeschlossen sei oder die bereits Gegenstand einer ersten Umsetzung gewesen seien, mit dem Ziel einer breiteren Nutzung der modellhaften, neuartigen Anwendung gefördert.

Eine wichtige Zielgruppe der Umweltstiftung seien Handwerker und Architekten. Hier solle durch Schulung und Beratung zum energiesparenden Bauen sowie zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Der Anspruch der Stiftung schlage sich auch in den Projektzahlen und Fördersummen der größten Umweltstiftung Europas nieder. Seit Aufnahme der Fördertätigkeit am 1. März 1991 habe die Stiftung im Bereich der erneuerbaren Energien 194 Projekte mit einem Finanzvolumen von knapp 68,6 Millionen Mark gefördert. Dabei stelle die Biomasse mit 32 Projekten und einem Volumen von über 32,2 Millionen Mark das stärkste Kontingent gefolgt von der Wasserkraft (31 Projekte, über fünf Millionen Mark), der Solarthermie (24/5,8 Millionen), der Photovoltaik (20/3,9 Millionen) und der Solarenergie allgemein (20/3,34 Millionen).

Präsentieren werde sich die Umweltstiftung in Hannover mit mehreren innovativen Projektpartnern aus diesem Themenbereich. Elpers nennt hier als Beispiel die OVE Objektversorgung mit rationellem Energieeinsatz aus Bad Rothenfelde in Niedersachsen, die mit Stiftungshilfe die Wärmeversorgung des Schulzentrums im niedersächsischen Melle-Buer auf erneuerbare Energieversorgung umstelle.

In heimischen Wäldern werde Holz als nachwachsender Rohstoff nur in der Menge genutzt, wie es nachwachse. Beim Wachstum werde im gleichen Maße klimaschädigendes Kohlendioxid gebunden, wie bei der Verbrennung freigesetzt werde. Die OVE habe daher in Melle ein weitgehend kohlendioxid-neutrales Konzept zur Wärmeversorgung des Schulzentrums Buer verwirklicht. Das bestehende Schulzentrum mit Grundschule, Hauptschule und Orientierungsstufe, Realschule, Schulküchengebäude, Hausmeisterwohnung, Kindergarten und Turnhalle sei vorher über einzelne, veraltete Ölheizungen versorgt worden. Die Basis für das neue Konzept zur Wärmeversorgung stelle eine Feuerungsanlage mit Holz in Form von naturbelassenen Hackschnitzeln dar. Durch Sonnenkollektoren werde die Wärmeversorgung ergänzt. Eine Reservefeuerung mit Biodiesel sichere im Notfall die Versorgung ab. Ein Nahwärmenetz versorge die einzelnen Gebäude. Ein neu gebauter Kindergarten sei in die Versorgung einbezogen worden.

Waldbauern aus der Region lieferten das Holz als fertige Hackschnitzel an. Sie verarbeiteten dabei Schwachholz aus etwa 400 Hektar Wald, das sich ansonsten kaum vermarkten lasse. Durch dieregionale Versorgung blieben die Transportwege kurz. Die Hackschnitzel würden direkt in einen Brennstoffbunker vor der Heizzentrale gefüllt. Von dort gelangten sie über Förderschnecken in den Brennraum. Eine vollautomatische Steuerungs- und Regeltechnik nach dem neuesten Stand der Technik führe zu geringem Betreuungsaufwand. Es ergäben sich deutlich niedrigere Emissionen als bei einer vergleichbaren Ölheizung. Die anfallende Asche werde auf den Feldern in der Region als Mineraldünger genutzt.

Insgesamt würden etwa 95 Prozent der Wärmeversorgung durch die Holzfeuerung und fünf Prozent über die Sonnenenergie sichergestellt. Die Anlage ersetze jährlich etwa 125.000 Liter Heizöl. Durch die Umstellung der Heizungsanlage würden pro Jahr 300 Tonnen Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre abgegeben. Die OVE betreibe die Anlage als Energiedienstleister. Die Stadt Melle als Abnehmer der Wärme zahle einen höheren Energiepreis als bei den veralteten Heizungsanlagen. Dafür spare sie aber die Investitionskosten für eine neue Heizungsanlage. Die neue wirkungsvolle Brennertechnik verringere zudem den Energieverbrauch.

Elpers: "Der Einsatz von Holz leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die schonende Nutzung der heimischen Wälder wird durch den neuen Absatzweg für Schwachholz aus der Waldpflege unterstützt. Die Wärmeerzeugung mit Holz ist eine Alternative zum Einsatz von endlichen Ressourcen und unterstützt gleichzeitig die regionale Forstwirtschaft."

Hinweis an die Redaktionen: Neben dem vorgestellten Projekt werden sich Projektpartner aus Immendingen, Hannover, Flensburg, Braunschweig und München auf dem Stand der Stiftung präsentieren. Nähere Infos zu den Projekten faxen wir Ihnen auf Nachfrage gern zu. Auch Fotomaterial steht zur Verfügung.