03.04.1998 | Deutscher Umweltpreis 1998: Knapp 100 Vorschläge eingereicht

Erneut große Resonanz auf Ausschreibung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt - Mit einer Million Mark höchstdotierter Umweltpreis Europas

Osnabrück. Große Resonanz auf die Ausschreibung des mit einer Million Mark höchstdotierten Umweltpreises Europas! Wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück), die diese Auszeichnung jährlich vergibt, nach Ablauf der Abgabefrist mitteilt, sind knapp 100 Vorschläge in der Geschäftsstelle eingetroffen. Generalsekretär Fritz Brickwedde: "Diese enorme Zahl und die Bandbreite der Vorschläge zeigen, daß sich die Akzeptanz unseres Preises auf einem hohen quantitativen und qualitativen Niveau etabliert hat." Und noch etwas freut Brickwedde: "In besonderem Maße haben uns Vorschläge mit Blick auf mittelständische Unternehmen als potentielle Preisträger erreicht, die wir bei unserer Projektförderung speziell im Auge haben. Auch aus den Bereichen Wissenschaft und Forschung sind viele qualifizierte Ideen eingereicht worden."

Neben den knapp 100 Vorschlägen - schwerpunktmäßig kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik, aber auch Personen und Institutionen aus den Bereichen Umweltforschung und -bildung - habe es eine Fülle von Anfragen zum Umweltpreis und seinen Verleihungsmodalitäten gegeben, stellt Brickwedde weiter heraus. Eingegangen seien auch einige Selbstvorschläge, die nach den Leitlinien jedoch nicht berücksichtigt werden können.

Die sehen vor, daß Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen und Verbände ihre Vorschläge einreichen können. Ob die Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft, der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen, der Deutsche Naturschutzring oder andere anerkannte Umweltverbände, Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften - sie alle hatten die Gelegenheit, ihre Favoriten für den Deutschen Umweltpreis 1998 zu nominieren. Eine unabhängige Fachjury wird alle eingehenden Vorschläge prüfen, bevor das Kuratorium der Stiftung entscheiden wird.

Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung, die seit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in rund 2.700 innovative Umweltschutzprojekte rund 1,2 Milliarden Mark investiert hat, "Einsatz und Leistungen auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden", wie es die entsprechenden Leitlinien vorsehen. Die Auszeichnung soll im Umweltbereich aktive Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften", Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im Vorfeld zu entschärfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.

Bei der ersten Vergabe des Deutschen Umweltpreises 1993 in Berlin wurde die im sächsischen Scharfenstein angesiedelte Firma Foron für die Entwicklung des ersten fluorchlorkohlenwasserstoff- und fluorkohlenwasserstofffreien (FCKW und FKW) Kühlschrankes ausgezeichnet. Zweiter Preisträger 1993 war der Münchner Ökologieprofessor Dr. Wolfgang Haber, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 1994 wurden das ökologische Musterdorf Wulkow in Brandenburg, die Umweltinitiativen der ostwestfälischen Wirtschaft sowie die Ozonforscher Professor Dr. Paul J. Crutzen - 1995 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet - und Dr. Frank Arnold in der Dresdner Semperoper geehrt.

1995 war der Preis in München an die Pioniere des Umweltmanagements, die Unternehmen Klaus Günther (Lengerich) und Dr. Georg Winter (Hamburg), verliehen worden, 1996 in Hamburg an den polnischen Politiker und Ökologen Professor Dr. Maciej Nowicki sowie die Firma Wilkhahn Wilkening & Hahne aus dem niedersächsischen Bad Münder. Im vergangenen Jahr wurden die Firma Integral Energietechnik (Flensburg), der Unternehmer Dr. Michael Otto (Hamburg) und der Wissenschaftler Professor Dr. Bernhard Ulrich (Waake bei Göttingen) für ihr Engagement mit dem Preis bedacht