Osnabrück. Große Resonanz auf die Ausschreibung des mit einer Million Mark
höchstdotierten Umweltpreises Europas! Wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt
(Osnabrück), die diese Auszeichnung jährlich vergibt, nach Ablauf der Abgabefrist
mitteilt, sind knapp 100 Vorschläge in der Geschäftsstelle eingetroffen.
Generalsekretär Fritz Brickwedde: "Diese enorme Zahl und die Bandbreite der
Vorschläge zeigen, daß sich die Akzeptanz unseres Preises auf einem hohen
quantitativen und qualitativen Niveau etabliert hat." Und noch etwas freut
Brickwedde: "In besonderem Maße haben uns Vorschläge mit Blick auf
mittelständische Unternehmen als potentielle Preisträger erreicht, die wir bei
unserer Projektförderung speziell im Auge haben. Auch aus den Bereichen
Wissenschaft und Forschung sind viele qualifizierte Ideen eingereicht worden."
Neben den knapp 100 Vorschlägen - schwerpunktmäßig kleine und mittelständische
Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik, aber auch Personen und Institutionen aus
den Bereichen Umweltforschung und -bildung - habe es eine Fülle von Anfragen zum
Umweltpreis und seinen Verleihungsmodalitäten gegeben, stellt Brickwedde weiter heraus.
Eingegangen seien auch einige Selbstvorschläge, die nach den Leitlinien jedoch nicht
berücksichtigt werden können.
Die sehen vor, daß Vertreter gesellschaftlich relevanter Institutionen und Verbände ihre
Vorschläge einreichen können. Ob die Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft, der Rat
von Sachverständigen für Umweltfragen, der Deutsche Naturschutzring oder andere
anerkannte Umweltverbände, Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften - sie alle hatten
die Gelegenheit, ihre Favoriten für den Deutschen Umweltpreis 1998 zu nominieren. Eine
unabhängige Fachjury wird alle eingehenden Vorschläge prüfen, bevor das Kuratorium der
Stiftung entscheiden wird.
Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung, die seit
Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in rund 2.700 innovative
Umweltschutzprojekte rund 1,2 Milliarden Mark investiert hat, "Einsatz und Leistungen
auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der
Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen
Umweltentlastung beitragen werden", wie es die entsprechenden Leitlinien vorsehen. Die
Auszeichnung soll im Umweltbereich aktive Personen, Unternehmen und Organisationen
"anstiften", Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien
schon im Vorfeld zu entschärfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.
Bei der ersten Vergabe des Deutschen Umweltpreises 1993 in Berlin wurde die im
sächsischen Scharfenstein angesiedelte Firma Foron für die Entwicklung des ersten
fluorchlorkohlenwasserstoff- und fluorkohlenwasserstofffreien (FCKW und FKW)
Kühlschrankes ausgezeichnet. Zweiter Preisträger 1993 war der Münchner
Ökologieprofessor Dr. Wolfgang Haber, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 1994
wurden das ökologische Musterdorf Wulkow in Brandenburg, die Umweltinitiativen der
ostwestfälischen Wirtschaft sowie die Ozonforscher Professor Dr. Paul J. Crutzen - 1995
mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet - und Dr. Frank Arnold in der Dresdner
Semperoper geehrt.
1995 war der Preis in München an die Pioniere des Umweltmanagements, die Unternehmen
Klaus Günther (Lengerich) und Dr. Georg Winter (Hamburg), verliehen worden, 1996 in
Hamburg an den polnischen Politiker und Ökologen Professor Dr. Maciej Nowicki sowie die
Firma Wilkhahn Wilkening & Hahne aus dem niedersächsischen Bad Münder. Im
vergangenen Jahr wurden die Firma Integral Energietechnik (Flensburg), der Unternehmer
Dr. Michael Otto (Hamburg) und der Wissenschaftler Professor Dr. Bernhard Ulrich (Waake
bei Göttingen) für ihr Engagement mit dem Preis bedacht