Dresden / Osnabrück. Ein Kindermärchenbuch, ein Kunstkalender, ein Theaterspiel
samt Videodokumentation über dessen Entstehung - mit diesen
künstlerisch-kreativen Methoden sollen Kinder und Jugendliche in Dresden und in
der Folge in ganz Deutschland zukünftig stärker als bisher inhaltlich in das wichtige
Umweltmedium Wasser eintauchen können. Das Jugendnetzwerk Elbe-Labe des
Lions Clubs Dresden erhielt jetzt grünes Licht von der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt in Osnabrück, mit diesem Projekt zu beginnen. Insgesamt 90.000 Mark will
die größte Umweltstiftung Europas für diesen Zweck investieren, um - wie es
Generalsekretär Fritz Brickwedde formulierte - "mit Methoden der modernen
Umweltbildung künstlerisch-spielerisch, mit Phantasie und Kreativität zu aktivem
Umwelthandeln zu motivieren."
Die Elbe und ihr Mittellauf stünden im Vordergrund dieses Projektes, betonte Brickwedde in
einer Pressemitteilung der Stiftung. Das Märchenbuch solle von Schülern der Klassen 6 und
7 erstellt werden und stelle eine Verknüpfung von Deutschunterricht und außerschulischer
Umweltbildung dar. Es richte sich an Kinder im Grundschulalter und solle in einer Auflage von
1.000 Exemplaren gedruckt werden, von denen 500 an bundesweite Leseclubs der Stiftung
Lesen (Mainz) weitergegeben würden. Auch über die bundesweit ansässigen Lions Clubs
solle das Kinderbuch bekannt gemacht werden. Von Kindern erdachte Märchen beinhalteten
naturgemäß kindliche Denk- und Erlebnisweisen und könnten dadurch Altersgenossen
gezielter ansprechen. In Kooperation mit dem sächsischen Kultusministerium werde auch ein
didaktischer Leitfaden zur Erarbeitung des Buches entwickelt.
Der geplante Kunstkalender unter dem Thema "Impressionen über die Elbe" verbinde
fächerübergreifend den Deutsch- und Kunstunterricht mit außerschulischer Arbeit. 14- bis
15jährige Schüler sollten den Kalender unter Verwendung von Naturmaterialien erstellen.
Gerade der kreative und künstlerische Umgang mit Naturmaterialien schärfe die
Umweltwahrnehmung. Die 800 Exemplare sollten als Information über Landschaften,
menschliches Miteinander und die Umweltsituation an der Elbe über bundesweite Treffen
der Lions Clubs verteilt werden.
Das Theater wende sich an zwölf- bis 20jährige, die sich hier mit dem Thema Wasser aktiv
auseinandersetzen könnten. Konzipiert sei es als Wandertheater entlang der Elbe mit
Stationen auch in Meißen, Riesta, aber auch Usti und Benesov in der Tschechischen
Republik. Die Aufführungen sollten in der Regel in Schulen stattfinden und dadurch andere
Jugendliche und Kinder zum Nachahmen anregen. Gerade die Umweltproblematik löse bei
Kindern und Jugendlichen starke Betroffenheit und Hilflosigkeit aus. Im Theaterspiel könnten
Umgangsweisen mit Umweltproblemen spielerisch angegangen, Lösungsmöglichkeiten als
konkrete Ansätze zum Umwelthandeln durchgespielt werden. Entwicklung, Inszenierung und
Präsentation würden per Video dokumentiert, vervielfältigt und über den
Wissenschaftsladen Bonn anderen interessierten Gruppen zur Verfügung gestellt.
Insgesamt handele es sich hier um einen begrüßenswerten Ansatz der Verknüpfung von
schulischer und außerschulischer Umweltbildung. Kinder und Jugendliche würden aktiviert
und nähmen eine Vorbildfunktion ein, die andere nachahmten. Die Wahrnehmung werde
geschärft, Umweltthemen würden emotional positiv besetzt. Die Module des Projektes
ergänzten sich durch die Anregung von Phantasie und Kreativität und den spielerischen
Umgang mit dem wichtigen Umweltmedium Wasser.
Generell gehe es aber auch darum, Kinder und Jugendliche für die besondere Bedeutung
dieses Mediums frühzeitig zu sensibilisieren. Brickwedde erinnerte in diesem Zusammenhang
daran, daß Experten zunehmend eindringlicher vor den Gefahren eines weltweiten Konfliktes
oder gar Krieges wegen fehlender Wasserressourcen warnten. Global gesehen gebe es in
fast allen Regionen der Welt Trinkwasserprobleme. Rund 25.000 Menschen stürben täglich
aufgrund schlechter Wasserqualität, ungefähr 1,7 Milliarden Menschen hätten keinen
Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zu Beginn des nächsten Jahrtausends seien
schätzungsweise 25 Prozent der Erde von chronischem Wassermangel betroffen.