06.03.1998 | Spielerisch, kreativ und mit Phantasie in Umweltmedium Wasser eintauchen

Bundesstiftung Umwelt fördert Bildungsprojekt des Lions Clubs Dresden mit 90.000 Mark - Märchenbuch, Kunstkalender und Wandertheater

Dresden / Osnabrück. Ein Kindermärchenbuch, ein Kunstkalender, ein Theaterspiel samt Videodokumentation über dessen Entstehung - mit diesen künstlerisch-kreativen Methoden sollen Kinder und Jugendliche in Dresden und in der Folge in ganz Deutschland zukünftig stärker als bisher inhaltlich in das wichtige Umweltmedium Wasser eintauchen können. Das Jugendnetzwerk Elbe-Labe des Lions Clubs Dresden erhielt jetzt grünes Licht von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück, mit diesem Projekt zu beginnen. Insgesamt 90.000 Mark will die größte Umweltstiftung Europas für diesen Zweck investieren, um - wie es Generalsekretär Fritz Brickwedde formulierte - "mit Methoden der modernen Umweltbildung künstlerisch-spielerisch, mit Phantasie und Kreativität zu aktivem Umwelthandeln zu motivieren."

Die Elbe und ihr Mittellauf stünden im Vordergrund dieses Projektes, betonte Brickwedde in einer Pressemitteilung der Stiftung. Das Märchenbuch solle von Schülern der Klassen 6 und 7 erstellt werden und stelle eine Verknüpfung von Deutschunterricht und außerschulischer Umweltbildung dar. Es richte sich an Kinder im Grundschulalter und solle in einer Auflage von 1.000 Exemplaren gedruckt werden, von denen 500 an bundesweite Leseclubs der Stiftung Lesen (Mainz) weitergegeben würden. Auch über die bundesweit ansässigen Lions Clubs solle das Kinderbuch bekannt gemacht werden. Von Kindern erdachte Märchen beinhalteten naturgemäß kindliche Denk- und Erlebnisweisen und könnten dadurch Altersgenossen gezielter ansprechen. In Kooperation mit dem sächsischen Kultusministerium werde auch ein didaktischer Leitfaden zur Erarbeitung des Buches entwickelt.

Der geplante Kunstkalender unter dem Thema "Impressionen über die Elbe" verbinde fächerübergreifend den Deutsch- und Kunstunterricht mit außerschulischer Arbeit. 14- bis 15jährige Schüler sollten den Kalender unter Verwendung von Naturmaterialien erstellen. Gerade der kreative und künstlerische Umgang mit Naturmaterialien schärfe die Umweltwahrnehmung. Die 800 Exemplare sollten als Information über Landschaften, menschliches Miteinander und die Umweltsituation an der Elbe über bundesweite Treffen der Lions Clubs verteilt werden.

Das Theater wende sich an zwölf- bis 20jährige, die sich hier mit dem Thema Wasser aktiv auseinandersetzen könnten. Konzipiert sei es als Wandertheater entlang der Elbe mit Stationen auch in Meißen, Riesta, aber auch Usti und Benesov in der Tschechischen Republik. Die Aufführungen sollten in der Regel in Schulen stattfinden und dadurch andere Jugendliche und Kinder zum Nachahmen anregen. Gerade die Umweltproblematik löse bei Kindern und Jugendlichen starke Betroffenheit und Hilflosigkeit aus. Im Theaterspiel könnten Umgangsweisen mit Umweltproblemen spielerisch angegangen, Lösungsmöglichkeiten als konkrete Ansätze zum Umwelthandeln durchgespielt werden. Entwicklung, Inszenierung und Präsentation würden per Video dokumentiert, vervielfältigt und über den Wissenschaftsladen Bonn anderen interessierten Gruppen zur Verfügung gestellt.

Insgesamt handele es sich hier um einen begrüßenswerten Ansatz der Verknüpfung von schulischer und außerschulischer Umweltbildung. Kinder und Jugendliche würden aktiviert und nähmen eine Vorbildfunktion ein, die andere nachahmten. Die Wahrnehmung werde geschärft, Umweltthemen würden emotional positiv besetzt. Die Module des Projektes ergänzten sich durch die Anregung von Phantasie und Kreativität und den spielerischen Umgang mit dem wichtigen Umweltmedium Wasser.

Generell gehe es aber auch darum, Kinder und Jugendliche für die besondere Bedeutung dieses Mediums frühzeitig zu sensibilisieren. Brickwedde erinnerte in diesem Zusammenhang daran, daß Experten zunehmend eindringlicher vor den Gefahren eines weltweiten Konfliktes oder gar Krieges wegen fehlender Wasserressourcen warnten. Global gesehen gebe es in fast allen Regionen der Welt Trinkwasserprobleme. Rund 25.000 Menschen stürben täglich aufgrund schlechter Wasserqualität, ungefähr 1,7 Milliarden Menschen hätten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zu Beginn des nächsten Jahrtausends seien schätzungsweise 25 Prozent der Erde von chronischem Wassermangel betroffen.