Osnabrück / Nairobi. Vor den Gefahren eines weltweiten Konflikt oder gar Krieges
wegen fehlender Wasserressourcen hat heute in Osnabrück Professor Dr. Klaus
Töpfer gewarnt. Der neue Leiter der UNEP, des Umweltprogramms der Vereinten
Nationen (United Nations, UN), wies anläßlich seines ersten offiziellen
Deutschlandbesuchs nach seinem Dienstantritt am 9. Februar, der ihn zu der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt geführt hatte, darauf hin, daß zur Vermeidung
eines solchen internationalen Konflikts diesem Problem dringend politische
Aufmerksamkeit gewidmet werden müsse.
Töpfer betonte, daß es global gesehen in fast allen Regionen der Welt Trinkwasserprobleme
gebe. Rund 25.000 Menschen stürben täglich aufgrund schlechter Wasserqualität, ungefähr
1,7 Milliarden Menschen, mehr als ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung, hätten keinen
Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zu Beginn des nächsten Jahrtausends seien
schätzungsweise 25 Prozent der Erde von chronischem Wassermangel betroffen.
Als wesentliche Probleme nannte Töpfer die gerechte Verteilung des Wassers an die
Länder, die an internationale Fließgewässer grenzten, nicht geklärte Einträge von
Schadstoffen in Gewässer und die zentralen Auswirkungen großer Staudamm- und
Umleitungsprojekte auf die Menschen. Der Zugang zu Frischwasservorräten werde in
manchen Regionen zukünftig die wirtschaftliche Entwicklung weit mehr beeinflussen als
andere Faktoren.
Töpfer kritisierte auch die zunehmenden Umweltverschmutzungen, die vom Festland auf die
bevölkerungsreichen Küstenregionen ausgingen. Immerhin lebten rund 60 Prozent der
Weltbevölkerung in einer Entfernung von bis zu 100 Kilometern zur Küste. Mehr als drei
Milliarden Menschen nutzten die Küsten und die marinen Regionen als Nahrungsquelle, zum
Transport oder als Erholungsraum. Auch in Europa seien 80 Prozent der Küstenregionen
gefährdet.
Auch die Überfischung der Meere und die daraus resultierenden negativen, wirtschaftlichen
Auswirkungen stellte Töpfer in Osnabrück an den Pranger. In Teilen Asiens, des Pazifiks,
Nordamerikas, Europas und Westasiens sei das ein weitverbreitetes Problem.