Osnabrück. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt,(Osnabrück) schickt sich an, für
die Vergabe des mit einer Million Mark höchstdotierten Umweltpreises Europas
mögliche Kandidaten ausfindig zu machen. Zur Zeit läuft das Auswahlverfahren, bei
dem Vertreter gesellschaftlich relevanter Spitzenorganisationen ihre Vorschläge
einreichen können. Ob die Fraunhofer- oder Max-Planck-Gesellschaft, der Rat von
Sachverständigen für Umweltfragen, der Deutsche Naturschutzring,
Arbeitgeberverbände oder Gewerkschaften - sie alle haben noch bis zum 27.
Februar 1998 Gelegenheit, ihre Favoriten für den Deutschen Umweltpreis 1998 zu
nominieren. Eine unabhängige Fachjury wird alle eingehenden Vorschläge prüfen,
bevor das Kuratorium der Stiftung entscheiden und der Preis im Herbst 1998
verliehen wird.
Mit der Vergabe des Deutschen Umweltpreises will die unabhängige Stiftung, die seit
Aufnahme ihrer Fördertätigkeit am 1. März 1991 in über 2.600 innovative
Umweltschutzprojekte über 1,2 Milliarden Mark investiert hat, "Einsatz und Leistungen
auszeichnen, die entscheidend und in vorbildlicher Weise zum Schutz und zur Erhaltung der
Funktionsfähigkeit der Umwelt beigetragen haben oder in Zukunft zu einer deutlichen
Umweltentlastung beitragen werden", wie es die entsprechenden Leitlinien vorsehen. Die
Auszeichnung soll Personen, Unternehmen und Organisationen "anstiften", Umweltprobleme
rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien schon im Vorfeld zu
entschärfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung.
Bei der ersten Vergabe des Deutschen Umweltpreises 1993 wurde die im sächsischen
Scharfenstein angesiedelte Firma Foron für die Entwicklung des ersten
fluorchlorkohlenwasserstoff- und fluorkohlenwasserstofffreien Kühlschrankes ausgezeichnet.
Zweiter Preisträger 1993 war der Münchner Ökologieprofessor Dr. Wolfgang Haber, der für
sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 1994 wurden das ökologische Musterdorf Wulkow in
Brandenburg, die Umweltinitiativen der ostwestfälischen Wirtschaft sowie die
Ozonforscher Professor Dr. Paul J. Crutzen - 1995 mit dem Nobelpreis für Chemie
ausgezeichnet - und Dr. Frank Arnold in der Dresdner Semperoper geehrt. 1995 ging der
Preis in München an die Umweltpioniere der Wirtschaft, Klaus Günther (Lengerich) und Dr.
Georg Winter (Hamburg), 1996 in Hamburg an den polnischen Politiker und Ökologen
Professor Dr. Maciej Nowicki sowie die Firma Wilkhahn Wilkening & Hahne aus dem
niedersächsischen Bad Münder. Im vergangenen Jahr wurden die Firma Integral
Energietechnik (Flensburg), der Unternehmer Dr. Michael Otto (Hamburg) und der
Wissenschaftler Professor Dr. Bernhard Ulrich (Waake bei Göttingen) für ihr Engagement
mit dem Preis bedacht.
Nähere Auskünfte zum Auswahlverfahren: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, 49090
Osnabrück, An der Bornau 2, Telefon 0541/9633-0, Fax 0541/9633-190.