09.01.1998 | "Position mit Pilotcharakter" in Dresden erstmals installiert: Vertrauensdozent

Professor Dr. Eckhard Worch von der TU im Rahmen des Stipendienprogramms der Umweltstiftung in neues Amt eingeführt

Dresden / Osnabrück. Im 1996 neu bezogenen Gebäude des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden fand eine Premiere der besonderen Art statt: In Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Technischen Universität (TU) in Dresden wurde mit Professor Dr. Eckhard Worch der erste Vertrauensdozent im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) in sein Amt eingesetzt. Seine Aufgabe ist es, Ansprechpartner für die Stipendiaten und für neue Interessenten am Programm aus den einzelnen Fachbereichen zu sein sowie für Kontakte zu ehemaligen Stipendiaten zu sorgen, erläuterte Stiftungsgeneralsekretär Fritz Brickwedde. Auch an anderen Hochschulen Deutschlands sollten zukünftig Vertrauensdozenten nach Dresdner Vorbild eingesetzt werden.

Begrüßt hatte die Gäste Professor Dr.-Ing. Eckhard Beier, der Leiter des Institutes. Er erläuterte Aufgabe und Profil des IWS, das als Institut der Fraunhofer-Gesellschaft angewandte Forschung und Entwicklung speziell auf den Gebiet der Laser- und Oberflächentechnik betreibe und aus dem Zentralinstitut für Festkörperphysik und Werkstofforschung der Akademie der Wissenschaften hervorgegangen sei. In dem sehr modern und großzügig ausgeführten Büro- und Forschungsgebäude an der Winterbergstraße stünden den rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 5.000 Quadratmeter Nutzfläche in sehr modernen, repräsentativen und zweckmäßig gestalteten Räumen zur Verfügung. Das Zentrum bilde eine hochfunktionale Technikumshalle mit mehr als 1.200 Quadratmetern Grundfläche, in der die Prototypen der im IWS entwickelten industriellen Anlagentechnik erprobt würden. Die Verbindung zur Umweltstiftung habe sich durch ein Projekt ergeben, bei dem es um die Sanierung national wertvoller Kulturgüter mit Hilfe der vom IWS entwickelten Lasertechnik gehe.

Nach einem kurzen Rundgang durch das Institut begrüßte Professor Dr. Hans Wiesmeth, Prorektor für Wissenschaft der TU, die Gäste. Er stellte die Bedeutung der Umweltforschung an der TU heraus, die in Zukunft noch eine weitaus stärkere Säule in Ausbildung und Forschung einnehmen werde. Gleichzeitig wies Wiesmeth auf die sehr guten Verbindungen zur Umweltstiftung hin, die sich auch in den zahlreichen Stipendien ausdrückten, die an die TU vergeben worden seien. Dadurch werde der gute Ruf der TU Dresden im Bereich der Umweltforschung untermauert.

Weil seit Aufnahme der Fördertätigkeit durch die Stiftung im Jahr 1991 enge Verbindungen zur TU Dresden bestünden, stelle sie eine "starke Säule im Stipendienprogramm" dar, erläuterte Brickwedde. Deshalb sei sie mit dieser "Position mit Pilotcharakter" - dem Vertrauensdozenten - als erste Universität Deutschlands im Rahmen des Stipendienprogramms ausgestattet worden. 18 Stipendien seien bisher an die TU Dresden vergeben worden, vier Arbeiten seien mittlerweile abgeschlossen.

Brickwedde erinnerte vor ehemaligen und derzeitigen Stipendiaten der TU, denen durch den Besuch im IWS andere interessante Projekte der Stiftung außerhalb der eigenen Universität nähergebracht werden sollten, daran, daß die Deutsche Bundesstiftung Umwelt 1992 das Stipendienprogramm für den Bereich der angewandten Umweltforschung mit einem Finanzvolumen von insgesamt 8,25 Millionen Mark beschlossen habe. Sein Leitgedanke sei es, Nachwuchswissenschaftler im Bereich der angewandten Umweltforschung bei Promotion oder Habilitation aktiv zu unterstützen sowie Ideen und Zielrichtungen praxisorientierten Umweltschutzes zu verbreiten. Die Stiftung habe zunächst für drei Jahre 100 Stipendien ausschließlich in den neuen Bundesländern vergeben. Aufgrund des großen Erfolges dieser ersten Phase habe sie sich dann 1994 entschlossen, das Programm mit einem Fördervolumen von rund 16,5 Millionen Mark für weitere fünf Jahre zu verlängern, es nun aber auch für Bewerber aus ganz Deutschland zu öffnen.

Im Bestreben, die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung und den einzelnen Hochschulen sowie den Kontakt zwischen Hochschule und Stipendiaten zu fördern, habe sich die Stiftung nun entschlossen, Vertrauensdozenten einzusetzen. So solle ein Netzwerk entstehen, das zu weiteren, vertieften Kontakten zwischen den einzelnen Stipendiaten und den Fachbereichen der verschiedenen Hochschulen beitrage.