Dresden / Osnabrück. Im 1996 neu bezogenen Gebäude des Fraunhofer-Instituts
für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden fand eine Premiere der
besonderen Art statt: In Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Technischen
Universität (TU) in Dresden wurde mit Professor Dr. Eckhard Worch der erste
Vertrauensdozent im Rahmen des Stipendienprogramms der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) in sein Amt eingesetzt. Seine Aufgabe ist es,
Ansprechpartner für die Stipendiaten und für neue Interessenten am Programm aus
den einzelnen Fachbereichen zu sein sowie für Kontakte zu ehemaligen
Stipendiaten zu sorgen, erläuterte Stiftungsgeneralsekretär Fritz Brickwedde. Auch
an anderen Hochschulen Deutschlands sollten zukünftig Vertrauensdozenten nach
Dresdner Vorbild eingesetzt werden.
Begrüßt hatte die Gäste Professor Dr.-Ing. Eckhard Beier, der Leiter des Institutes. Er
erläuterte Aufgabe und Profil des IWS, das als Institut der Fraunhofer-Gesellschaft
angewandte Forschung und Entwicklung speziell auf den Gebiet der Laser- und
Oberflächentechnik betreibe und aus dem Zentralinstitut für Festkörperphysik und
Werkstofforschung der Akademie der Wissenschaften hervorgegangen sei. In dem sehr
modern und großzügig ausgeführten Büro- und Forschungsgebäude an der Winterbergstraße
stünden den rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 5.000 Quadratmeter Nutzfläche in
sehr modernen, repräsentativen und zweckmäßig gestalteten Räumen zur Verfügung. Das
Zentrum bilde eine hochfunktionale Technikumshalle mit mehr als 1.200 Quadratmetern
Grundfläche, in der die Prototypen der im IWS entwickelten industriellen Anlagentechnik
erprobt würden. Die Verbindung zur Umweltstiftung habe sich durch ein Projekt ergeben, bei
dem es um die Sanierung national wertvoller Kulturgüter mit Hilfe der vom IWS entwickelten
Lasertechnik gehe.
Nach einem kurzen Rundgang durch das Institut begrüßte Professor Dr. Hans Wiesmeth,
Prorektor für Wissenschaft der TU, die Gäste. Er stellte die Bedeutung der Umweltforschung
an der TU heraus, die in Zukunft noch eine weitaus stärkere Säule in Ausbildung und
Forschung einnehmen werde. Gleichzeitig wies Wiesmeth auf die sehr guten Verbindungen
zur Umweltstiftung hin, die sich auch in den zahlreichen Stipendien ausdrückten, die an die
TU vergeben worden seien. Dadurch werde der gute Ruf der TU Dresden im Bereich der
Umweltforschung untermauert.
Weil seit Aufnahme der Fördertätigkeit durch die Stiftung im Jahr 1991 enge Verbindungen
zur TU Dresden bestünden, stelle sie eine "starke Säule im Stipendienprogramm" dar,
erläuterte Brickwedde. Deshalb sei sie mit dieser "Position mit Pilotcharakter" - dem
Vertrauensdozenten - als erste Universität Deutschlands im Rahmen des
Stipendienprogramms ausgestattet worden. 18 Stipendien seien bisher an die TU Dresden
vergeben worden, vier Arbeiten seien mittlerweile abgeschlossen.
Brickwedde erinnerte vor ehemaligen und derzeitigen Stipendiaten der TU, denen durch den
Besuch im IWS andere interessante Projekte der Stiftung außerhalb der eigenen Universität
nähergebracht werden sollten, daran, daß die Deutsche Bundesstiftung Umwelt 1992 das
Stipendienprogramm für den Bereich der angewandten Umweltforschung mit einem
Finanzvolumen von insgesamt 8,25 Millionen Mark beschlossen habe. Sein Leitgedanke sei
es, Nachwuchswissenschaftler im Bereich der angewandten Umweltforschung bei Promotion
oder Habilitation aktiv zu unterstützen sowie Ideen und Zielrichtungen praxisorientierten
Umweltschutzes zu verbreiten. Die Stiftung habe zunächst für drei Jahre 100 Stipendien
ausschließlich in den neuen Bundesländern vergeben. Aufgrund des großen Erfolges dieser
ersten Phase habe sie sich dann 1994 entschlossen, das Programm mit einem
Fördervolumen von rund 16,5 Millionen Mark für weitere fünf Jahre zu verlängern, es nun
aber auch für Bewerber aus ganz Deutschland zu öffnen.
Im Bestreben, die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung und den einzelnen Hochschulen
sowie den Kontakt zwischen Hochschule und Stipendiaten zu fördern, habe sich die
Stiftung nun entschlossen, Vertrauensdozenten einzusetzen. So solle ein Netzwerk
entstehen, das zu weiteren, vertieften Kontakten zwischen den einzelnen Stipendiaten und
den Fachbereichen der verschiedenen Hochschulen beitrage.