Osnabrück.
Bundesbank-Präsident Ernst
Welteke (60) ist neuer Vorsitzender des Kuratoriums der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück. Der 14köpfige Vorstand wählte ihn am 11. Juli zum Nachfolger von Prof. Dr. Hans
Tietmeyer, der die Geschicke der größten Umweltstiftung Europas seit ihrer Gründung geleitet hatte. Satzungsgemäß konnte Tietmeyer zwölfeinhalb Jahre nach Aufnahme der Arbeit der Stiftung am 1. März 1991 nicht erneut in das Kuratorium berufen werden. Zu Stellvertretern Weltekes gewählt wurden Rainer
Baake
(47), Staatssekretär im
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, und Hubert
Weinzierl (67), Präsident des
Deutschen Naturschutzringes (DNR), des Dachverbands der Umweltverbände in Deutschland.
1,28 Milliarden Euro Gründungskapital
Die DBU war Ende der 80er Jahre von Ex-Finanzminister Dr. Theo
Waigel und seinem damaligen Staatssekretär Tietmeyer initiiert und 1990 durch Beschluss des
Deutschen Bundestages ins Leben gerufen worden. Ausgestattet worden war sie mit einem Kapital von damals 1,28 Milliarden Euro, das aus der Privatisierung der ehemals bundeseigenen
Salzgitter AG stammte und sich heute auf fast 1,6 Milliarden Euro beläuft.
Innovative und umweltentlastende Modellprojekte
Seitdem fördert die DBU durch innovative und umweltentlastende Modellprojekte vor allem die Kreativität kleiner und mittlerer Unternehmen bei der praktischen Lösung von Umweltproblemen und gibt Anreiz für ökologische Innovationen im Mittelstand. Sie setzt durch die Förderung umwelt- und gesundheitsfreundlicher Produkte und Produktionsverfahren auf einen vorbeugenden und integrierten Umweltschutz und mindert das Einstiegsrisiko für Unternehmen in umweltschonendere Produktionstechniken. In der Umweltforschung baut die DBU prozess- und produktorientiert auf eine Vermeidung möglicher beziehungsweise Verminderung bestehender Umweltbelastungen sowie auf die Zusammenarbeit von Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit mittelständischen Unternehmen. Schon 1991 hat die DBU ein Stipendienprogramm aufgelegt und mit der Einrichtung von Stiftungsprofessuren den Aufbau einer zukunftsorientierten Umweltforschung in Deutschland unterstützt.
Austausch von Wissen und Naturschutz
Die DBU unterstützt auch den Austausch von Wissen über die Umwelt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und anderen öffentlichen oder privaten Stellen. Modellhaft hilft sie, national wertvolle Kulturgüter im Hinblick auf schädliche Umwelteinflüsse zu bewahren und zu sichern. Sie fördert Naturschutzvorhaben, die Lebensräume oder wildlebende Arten schützen sowie einer natürlichen, standortspezifischen, genetischen Vielfalt und einer nachhaltigen Nutzung von Arten und Ökosystemen dienen. Seit der Gründung wurden 5.500 Projekte mit einer Fördersumme von über einer Milliarde Euro bewilligt, davon rund 40 Prozent in den ostdeutschen Bundesländern.
Das Kuratorium im Überblick
Neben Welteke, Baake und Weinzierl gehören dem Kuratorium an die Bundestagsabgeordneten Manfred
Carstens, Dr. Reinhard
Loske, Ulrike
Mehl, Dr. Peter
Paziorek, die Parlamentarischen Staatssekretäre Dr. Barbara
Hendricks (Finanzen) und Christoph
Matschie (Bildung und Forschung), Prof. Dr. Martin
Jänicke
, Leiter der
Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, der Unternehmer Alfred
Ritter, der niedersächsische
Umweltminister Hans-Heinrich
Sander, Prof. Dr. Michael
Succow vom
Botanischen Institut der Universität Greifswald und Klaus
Wiesehügel, Bundesvorsitzender der
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Die Geschäftsstelle wird von Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz
Brickwedde geleitet.