Ostritz/Osnabrück. In der sächsischen Stadt Ostritz soll mit der Brauerei und der "Pfefferminze", einem früheren Handelsspeicher, Gebäudesubstanz aus dem 18. Jahrhundert restauriert und zukünftig für die Stiftung
Internationales Begegnungszentrum Marienthal (IBZ) genutzt werden. "Umweltbelastungen zu Zeiten der DDR haben die Substanz der wertvollen historischen Gebäude in der barocken Klosteranlage erheblich geschädigt: Stein, Putz, Holz und Ziegel weisen großflächige Oberflächenschäden auf", sagte Dr.-Ing. E. h. Fritz
Brickwedde, Generalsekretär der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die die Sanierung mit 125.000 Euro unterstützt. Er nutzte die zurzeit im Kloster St. Marienthal stattfindende DBU-Sommerakademie "Nachhaltiger Schutz des kulturellen Erbes − Umwelt und Kulturgüter", um Dr. Michael
Schlitt, Direktor der Stiftung IBZ, das Bewilligungsschreiben zu überreichen.
Kloster durch Umweltbelastungen stark geschädigtDie Idee des IBZ sei es, Berufsschüler und Arbeitslose mit den konkreten Zielen eines umweltschonenden Handwerks vertraut zu machen und die Beteiligten durch Kurse und Maßnahmen direkt in die beispielhaften Baumaßnahmen einzubinden. Das im 13. Jahrhundert erbaute und in der Barockzeit erweiterte Kloster Marienthal gehöre zu den wertvollsten Baudenkmälern Sachsens. Seine weitere Bedeutung erhalte das Kloster auch durch seine ökologische Ausrichtung sowie das benachbarte IBZ. Erhebliche Umweltbelastungen hätten in den Jahrzehnten vor 1990 die barocken Gebäude der umfangreichen Klosteranlage erheblich geschädigt.
Sanierung unter Berücksichtung alter Bausubstanz Sanierungsmaßnahmen seien in großem Umfang erforderlich. Reparatur, umweltschonende Produkte und Methoden sowie die besondere Berücksichtigung von alter historischer Bausubstanz im Sinne von Ressourcenschonung zählten zur Weiterqualifizierung für eine umweltschonende Denkmalpflege. Über den Kulturgüterschutz hinaus sei diese wichtig für jegliche Altbausanierung - damit werde ein großer Wirkungskreis erzielt. Die Sanierung der Brauerei und der "Pfefferminze" wird zudem finanziell unterstützt von der
Europäischen Union, dem
Freistaat Sachsen, der
Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie der
Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen gemeinsam mit der
Kreissparkasse Löbbau-Zittau. Den Aufbau der energieökologischen Modellstadt Ostritz/St. Marienthal förderte die DBU mit insgesamt zwölf Millionen Euro.