Osnabrück. Die Universität Osnabrück und die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster wollen nach den positiven Erfahrungen des vergangenen Jahres auch 1994 mit wissenschaftlich fundierter Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit einen Beitrag zu einer zukunftsorientierten Umweltbildung leisten. Vom 31. August bis zum 8. September werden in Osnabrück im Rahmen der zweiten Internationalen Sommeruniversität namhafte Persönlichkeiten und Experten in Referaten, Vorträgen und projektorientierten Arbeitsgruppen das Thema "Mensch - Technik - Umwelt" behandeln. "Dabei sollen den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Dialog nicht nur Fachleute führen. Auch interessierte Laien und Vertreter aus Politik und Wirtschaft sollen eingebunden werden, eine innovative und vorbildliche Veranstaltung," betonte gestern vor Journalisten Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, die dieses Projekt mit über 100.000 Mark bezuschußt.
30 Projekte in der Region Osnabrück mit 7,5 Millionen Mark gefördert
Mit diesem Projekt steigt die Zahl der bewilligten Maßnahmen, die die größte Stiftung Europas in Sachen Umweltschutz in der Region Osnabrück in den drei Jahren ihres Bestehens förderte, auf 30. Zu diesen Projekten gehört auch die modernste Anlage zur Aufbereitung flüssiger Sonderabfälle in Deutschland, die im mittelständischen Unternehmen Blum in Melle gerade eingeweiht wurde. Sie trennt verunreinigte Flüssigkeiten mit Hilfe organischer Spaltsubstanzen in Öl, das wieder als Schmieröl verwendet werden kann, in nicht verunreinigten Schlamm und Wasser, das als Brauchwasser wieder genutzt werden kann. Gefördert wird dieses "Vorreiterprojekt in Sachen Umweltschutz" (Brickwedde) mit rund 660.000 Mark von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt.
"Wichtiger wirtschaftlicher Aspekt für die Region"
Rund 7,5 Millionen Mark flossen mit diesen 30 Projekten seit Arbeitsbeginn der Stiftung am 1. März 1991 in Projektanträge aus Osnabrück und dem Landkreis. Projektpartner der Stiftung sind zum Beispiel mittelständische Unternehmen wie GSU Systemtechnik (Georgsmarienhütte) und Gesellschaft für Logistische Systeme (Bad Iburg), die Akademie für Kommunalen Umweltschutz (Georgsmarienhütte), die Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (Osnabrück), der Förderkreis Umwelt future (Osnabrück) sowie die Vereinigung zur Erhaltung von Wind- und Wassermühlen (Osnabrück). Brickwedde: "Auch ein wichtiger wirtschaftlicher Aspekt für die Region. Ganz zu schweigen von dem Imagegewinn für die Stadt. Denn an zig Bauschildern in ganz Deutschland prangt nicht nur das Logo der Stiftung, sondern auch der Schriftzug Osnabrück."
800 Förderprojekte - vom Stipendium bis zur Wasserkraftnutzung
Neben den Förderprojekten externer Antragsteller hat die Stiftung auch eigene Projekte mit einem Finanzvolumen von über 20 Millionen Mark aus der Taufe gehoben. Dabei handelt es sich etwa um die Förderung von Stiftungsprofessuren und Stipendien für Nachwuchswissenschaftler, mit denen der Aufbau von Lehre und Forschung in umweltrelevanten Bereichen in den neuen Bundesländern finanziell unterstützt wird. Dazu gehört aber auch ein Demonstrationsvorhaben zur umweltgerechten Wasserkraftnutzung in den neuen Bundesländern. Insgesamt wurden in den drei Jahren des Bestehens der Stiftung rund 800 Projekte mit einem Finanzvolumen von rund 480 Millionen Mark gefördert.