04.07.1995 | Gegenseitig von Erfahrungen lernen: chilenische Umweltexperten statteten Umweltstiftung Besuch ab

Deutschlandseminar für elfköpfige Delegation startete in Osnabrück

Osnabrück. Eine elfköpfige Delegation chilenischer Umweltexperten stattete der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Rahmen eines Deutschlandseminars des Erftstädter Forschungsinstituts für Wasser- und Abfallwirtschaft und der Fundacion Alemana para el Desarollo, eine gemeinnützige deutsche Stiftung, die in Chile Entwicklungshilfe leistet, heute einen Besuch ab. Ziel des Seminars ist es, im Wege des Wissens- und Technologietranfers die in Deutschland gesammelten Erfahrungen im Umgang mit Fragen des Umweltschutzes weiterzugeben, um mitzuhelfen, Umweltbeeinträchtigungen zu mildern und Fehlentwicklungen zu vermeiden, erläuterten vor Medienvertretern Dr. Rudolf Schloz, Ministerialrat a.D. und Direktor der Fundacion Alemana para el Desarollo, und der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Fritz Brickwedde.

Fortbilden in Sachen Umweltschutz

Ausgangspunkt für das Seminar, das bis zum 15. Juli an verschiedenen Veranstaltungsorten in Deutschland durchgeführt wird, war die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Danach wird es für die Delegation, die sich auf dem Gebiet des Umweltschutzes in Deutschland während dieses zehntägigen Seminars fortbilden will und sich aus Vertretern von Regierung und Parlament, Wissenschaft und Privatwirtschaft zusammensetzt, unter anderem noch nach Erftstadt, Köln, Dresden, München, Tübingen und Bonn gehen. Hier sollen umwelttechnische Projekte besichtigt und Fachgespräche geführt werden.

Austausch über Probleme und Lösungen des Umweltschutzes

Dabei solle, so Schloz und Brickwedde, die chilenische Delegation Gelegenheit erhalten, sich Eindrücke über die Umweltsituation in Deutschland zu verschaffen, aber auch die eigene Umweltsituation zu schildern. Unternehmensbesichtigungen gehörten zum festen Bestandteil des Besuchsprogramms. Den Abschluß der Reise bilde in Bonn ein Gespräch am Runden Tisch mit Teilnehmern aus dem Bundesumweltministerium, dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, dem Bundesministerium für Wirtschaft, der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Umweltschutz in Schwellenländern erhält zunehmend gesellschaftspolitsche Bedeutung

Der Umweltschutz gewinne auch in weniger industrialisierten Ländern in der sogenannten Dritten Welt, vor allem in Schwellenländern, in Gesellschaft und Politik zunehmend an Bedeutung. Umweltpolitische Fragestellungen würden stärker in den Alltag einbezogen. Großes Interesse zeigten gerade in Chile Industrie, Verwaltung und Politik an ausländischem Know-how in den Bereichen Umwelterziehung, Umweltgesetzgebung und im Einsatz von Umwelttechnologie.

Bilateraler Wissensaustausch als Schritt zur Überwindung des Nord-Süd-Gefälles

Da Deutschland über jahrzehntelange Erfahrungen im Umgang mit Fragen des Umweltschutzes verfüge, werde hier ein Wissens- und Technologietransfer in ein Schwellenland mit großem industriellen Potential angestrebt. Dieser informative und kompetente bilaterale Wissensaustausch im Umweltbereich könne zur Überwindung des Nord-Süd-Gefälles seinen Beitrag leisten und sei im Hinblick auf die zunehmende Globalisierung von Umweltfragen ein wesentlicher Schritt. Da auch der Eigendarstellung der konkreten Situation in Chile breiter Raum gewidmet werde, entstehe so ein echter, regelmäßiger Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet mit Langzeitwirkung.