Mannheim: Weniger Chemikalien bei innovativer Holzlack-Beschichtung für Fensterrahmen
Zu den innovativen, kleinen und mittleren Unternehmen in Rheinland-Pfalz gehört die Firma
Rhenocoll - zu diesem Schluss kamen das
Wirtschaftsministerium des Landes und die
Industrie-, Handels- und Handwerkskammern: Im Rahmen eines Innovationswettbewerbes erhielt der Beschichtungsspezialist mit Sitz in Mannheim und Konken (Westpfalz) den dritten Preis in der Sparte "Unternehmen". Seit 1948 produziert Rhenocoll Lacke, Leime und Lasuren. Mit finanzieller Unterstützung der DBU von rund 240.000 Euro entwickelten die Mitarbeiter einen speziellen Holzlack, der eine ganzheitliche Flutung unter anderem von Fensterrahmen ermöglicht. Dabei werden die Hölzer nicht mit Lack besprüht oder in Farbe getaucht, sondern – vergleichbar mit einer Wachsstation in der Waschanlage – mehrfach mit dem Lack übergossen.
Das Flutverfahren ist nicht neu. Bislang war es allerdings nicht möglich, alle notwendigen Lackschichten mit dieser Technik aufzutragen. Rhenocoll gelang es in Zusammenarbeit mit dem
Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), einen Lack für Grundierung, Zwischen- und Endschicht zu entwickeln. Gegenüber einem herkömmlichen Verfahren, in dem Holz zweimal geflutet und anschließend mit Lack im Spritzverfahren beschichtet wird, zeigt die ganzheitliche Technik deutliche Vorteile: "Dabei werden 87 Prozent weniger Lackabfall produziert und 87 Prozent weniger Energie benötigt", bestätigt Dr. Guido
Hora vom WKI. Zudem verdunsteten 78 Prozent weniger Lösemittel - so die Ökobilanz.